Wellness-Socken? Ja, die gibt es, seufzt Lutz Hertel. Früher hat er es noch genau verfolgt, welche kuriose Neuheit mit „Wellness“ im Namen gerade auf den Markt kam. Inzwischen hat er es aufgegeben – es sind einfach zu viele geworden. „Wellness ist ein Werbebegriff geworden – einfach alles, was man kaufen kann, wird damit vermarktet“, sagt der Vorsitzende vom Deutschen Wellness Verband (DWV). Das gilt auch in der Reisebranche. Für Urlauber ist das Problem an der Sache: Längst nicht überall, wo Wellness draufsteht, ist auch Wellness drin. Sie müssen daher genau hinschauen, um ein Wohlfühlangebot zu finden, das hält, was es verspricht.
Wie erkennt man ein Wellness-Hotel?
„Allein in Deutschland gibt es 1200 selbsternannte Wellness-Hotels“, sagt Michael Altewischer vom Verband Wellness-Hotels Deutschland. Aber nur 300 davon verdienten diesen Namen wirklich. „Der Begriff Wellness ist nicht geschützt“, erklärt Hertel. „Die letzte Bude mit einem Heimtrainer im Keller kann sich Wellness-Hotel nennen.“ Zwar gibt es Siegel, aber kein einheitliches – eines vergibt zum Beispiel Altewischers Verband mit dem TÜV, der DWV hat wiederum ein eigenes. Verbindlich ist keines davon für Wellness-Hotels.
Foto: dpaDass so viele Anbieter auf der Wellnesswelle mitschwimmen wollen, ist kein Wunder: Wellness boomt. Das Entspannen muss dabei aber oft schnell gehen. „Der Trend geht zu Tagesfluchten, wo sich der Manager oder die gestresste Hausfrau eine kurze Auszeit gönnt“, erklärt Michael Altewischer vom Verband Wellness-Hotels Deutschland. Der Verband hat auf der Reisemesse ITB in Berlin eine GfK-Studie zum Thema vorgestellt. Demnach sind im vergangenen Jahr 6,7 Prozent mehr Wellness-Reisen als im Vorjahr gebucht worden. Besonders Kurztrips mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen boomen – sie haben mit einem Plus von 24,5 Prozent kräftig zugelegt, wie sich aus der repräsentativen Befragung von 20.000 Haushalten ergibt.
Bereits zum elften Mal listet der „Relax Guide Deutschland“ die besten Wellness-Hotels der Republik auf. Maximal vier Lilien kennzeichnen die besten Hotels in den Kategorien Wellness, Kur, Gesundheit und Beauty. Die Bewertungskriterien im Überblick:
20 Punkte bzw. 4 Lilien = Höchsnote
19 Punkte bzw. 4 Lilien = Spitzenbetrieb
18 bis 17 Punkte bzw. 3 Lilien = hervorragend
16 bis 15 Punkte bzw. 2 Lilien = außergewöhnlich
14 und 13 Punkte bzw. 1 Lilie = sehr gute Leistungen
Foto: Hotel HubertusEntspannung ist das Hauptmotiv derjenigen, die sich für Wellnessreisen interessieren: 84,6 Prozent wollen sich vom stressigen Alltag erholen. Etwa drei Viertel (76,9 Prozent) wollen etwas für ihre Gesundheit tun. Aber auch die Angst vor einem Burnout treibt manche auf die Massagebank oder in die Sauna: Mehr als jeder Zweite (53,3 Prozent) will einem Erschöpfungssyndrom vorbeugen.
Zeit mit dem Partner zu verbringen, nennen 52,4 Prozent als Grund für einen Wellnesstrip. Schönheitspflege hat dagegen deutlich an Bedeutung verloren: 17,1 Prozent geben sie als Motiv an – bei einer früheren Erhebung im Jahr 2010 waren es noch 21,1 Prozent.
Gerade weil die Bedürfnisse so individuell sind, ist es schwierig, ein passendes Angebot zu finden. Die Bilderstrecke gibt Tipps, was bei der Suche nach einem Wellness-Hotel zu beachten ist. (dpa)
Sandbad
Schon seit der antiken Zeit gelten Sandbäder als effektive Form der Wärmebehandlung. Der aufgeheizte Sand als Unterlage und wohltuende Sonnenstrahlen lassen den Körper entspannen. So lockern sich Muskeln und Schmerzen können gelindert werden.
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