Sie ist immer noch ein wenig überwältigt vom "sensationellen Erfolg". Sonja Vandenrath, die Literaturbeauftragte der Stadt Frankfurt, freut sich über die gelungene Premiere von "Open Books". Fünf Tage lang, vom 13. bis 17. Oktober, wurde der Frankfurter Kunstverein im Herzen der Stadt, am Römerberg, zum neuen Treffpunkt der Literaturfreunde von Nah und Fern: 60 Verlage, 70 Lesungen und Konzerte, 80 Autoren. Es war der Versuch, mit einem Lesefest die Buchmesse über die Grenzen des Messegeländes hinaus in die Stadt zu tragen - und als fernes Vorbild diente "Leipzig liest", die große Rahmenveranstaltung der kleineren Frühjahrsbuchmesse.
"Frankfurt hat auf ein solches Angebot gewartet", urteilt Vandenrath. Und ihr Fazit lautet: "Wir werden das nächstes Jahr wieder machen."
Schon am Eröffnungsabend, der den Debütanten unter den Autoren gewidmet war, herrschte großer Andrang eines aus Jung und Alt gemischten Publikums. "Gerade die jungen Autoren waren begeistert, ein solches Auditorium zu bekommen", sagt Vandenrath. Mit kleinen, temporären Umbauten wurde im Inneren des Steinernen Hauses eine Atelier- und Clubatmosphäre geschaffen, mit farbigem Licht, Sitzelementen und Flächen zum Tanzen.
Schon die "Party der Frankfurter Verlage" am Donnerstagabend brachte die erste echte "Belastungsprobe". Von Eichborn bis weissbooks, von B3 bis Westend-Verlag: Die Frankfurter waren gute Gastgeber, bis 2 Uhr morgens tanzten die letzten Gäste.
Noch stärker der Andrang beim Fest der jungen Verlage am Freitagabend: Mehr als 800 feierten auf drei Etagen mit den "Jungen Wilden" unter den deutschen Verlagen: Von Blumenbar über Kookbooks und Luftschacht bis hin zum Verbrecher Verlag. Moderiert von Kritiker Denis Scheck, kürte man am Ende den Träger des Preises der "Hotlist 2009" aus 20 Neuerscheinungen: Die Auszeichnung, die mit 5000 Euro dotiert ist, ging an Alexander Schimmelbusch.

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