Wiesbaden. Hessens Grüne können am Dienstag 30-jähriges Bestehen feiern, verlegen das Fest aber in den kommenden Sommer. "Nach zwei Wahlkämpfen in winterlicher Kälte haben wir uns entschlossen, unser Jubiläum nicht am Jahrestag kurz vor Weihnachten, sondern im Juni 2010 mit einem Sommerfest "30 Jahre Grüne Hessen" zu begehen", kündigten die Landesvorsitzenden Kordula Schulz-Asche und Tarek Al-Wazir am Montag an. Die Partei wurde am 15. Dezember 1979 im Gasthaus "Zum Löwen bei Philipp" im mittelhessischen Linden-Leihgestern gegründet.
Zu ihren Erfolgen zählen die hessischen Grünen unter anderem das erste großstädtische Bündnis mit der SPD in Kassel (1981) und die erste rot-grüne Koalition in einem Bundesland. Damals vereidigte SPD-Ministerpräsident Holger Börner den "Turnschuhminister" Joschka Fischer (1985), der das Umweltressort übernahm und damit als erster Grüner überhaupt ein Ministeramt. 1991 konnte erneut eine rot-grüne Landesregierung gebildet werden, diesmal unter Leitung des Sozialdemokraten Hans Eichel. Fischer wurde später Außenminister im Kabinett von SPD-Kanzler Gerhard Schröder.
Als politische Erfolge zählen Schulz-Asche und Al-Wazir unter anderem, das Brennelementewerk in Hanau verhindert, den Atomausstieg eingeleitet und den öffentlichen Nahverkehr entscheidend gefördert zu haben. Der inzwischen verwirklichte Nationalpark Kellerwald sei eine alte grüne Forderung gewesen. Als künftige Herausforderungen sehen die Grünen den Ausbau ihrer Präsenz in den Kommunen bei den Kommunalwahlen 2011. Ziel sei auch eine intelligente Verzahnung von Ökonomie und Ökologie in Zeiten einer globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, um mit mehr Umweltschutz mehr Arbeitsplätze zu schaffen. (dpa)

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