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A661: Teure Ruhe

Die hohen Kosten für eine Einhausung der A661 sorgen im Verkehrsausschuss für Ernüchterung.

Viel Bewegung auf der A661 macht auch viel Lärm. Ein Mantel würde das Problem mindern.
Viel Bewegung auf der A661 macht auch viel Lärm. Ein Mantel würde das Problem mindern.
Foto: Arnold

Am Ende ist von der "parlamentarischen Entscheidungsabstinenz" die Rede, davon, dass beim Thema Lärmschutz sich der Gesetzgeber womöglich scheut, ein Zeichen zu setzen, um den Bürggern deutlich mehr Schutz zu gewähren. Und von dem einen Euro ist die Rede, der, einmal investiert, das Vielfache an Folgekosten vermeiden hilft. Darüber diskutiert die kleine Gruppe, die nach dem Vortrag des Darmstädter Ingenieurbüros Krebs und Kiefer zum Thema Einhausung der A 661 gerade eben die Sitzung des Verkehrsausschusses verlassen hat.

Die beiden Ingenieure des Büros hatten auf Fragen der Bürger geantwortet, hatten klargemacht, dass es zehn bis 15 Jahre dauern könne, bis die Einhausung fertiggestellt wäre. Wenn, ja wenn es denn eine politische Mehrheit gäbe für diese teure Projekt.

Rund 190 Millionen Euro würde es kosten, den Abschnitt der Autobahn in einen 1200 Meter langen Tunnel zu packen, in dem auf jeweils vier Spuren Autos und Lastkraftwagen Richtung Bad Homburger Kreuz oder nach Süden Richtung Offenbach und Offenbacher Kreuz fahren. Die zweite Variante, zwei kürzere Einhausungen mit 420 Meter Länge im Bereich New Atterberry und einer 230 Meter langen Einhausung auf Höhe des Galeriebauwerkes, schätzen die Ingenieure des Darmstädter Büros auf knapp 110 Millionen Euro.

Schutzwand als Zwischenschritt

Darin eingerechnet sind nicht nur die Baukosten und die notwendige Technik (Licht, Entlüftung, Abgasreinigung), sondern auch die so genannte Ablösesummen, Geld, das mit Inbetriebnahme vorhanden sein muss, um das Bauwerk zu unterhalten, zu sanieren und die Technik zu reparieren.

Der Bau der Einhausung bei Aschaffenburg hat nach Angaben der Ingenieure rund 120 Millionen Euro gekostet. Auch in Zürich wird derzeit eine Einhausung mit ähnlichem Aufwand erwogen, die in etwa die gleiche Summe kosten wird.

Die durchgehende Einhausung hat nach Angaben der Experten die beste Lärmschutzwirkung, die geteilte Tunnellösung eine gute Schutzwirkung. Weite Teile des Gebiets westlich der Autobahn liegen unter einem 40 Dezibel-Lärmteppich, nur im Bereich der Einfahrten und der Ausfahrten in die Einhausung steigt der Pegel auf 55 Dezibel und mehr. Drei Dezibel entsprechen jeweils einer Lärmverdoppelung oder -halbierung.

Mit der Einhausung entstünde auch eine "neue Landscape zwischen Seckbach und Bornheim", sagten die Ingenieure. Immerhin würde durch den Tunnel ein Dach von etwa 70 000 Quadratmeter Größe entstehen, das mit Erde überschüttet werden und damit eine Landbrücke zwischen den beiden Stadtteilen bilden könnte.

Dass die Einhausung die besten Lärmwerte bringt, war für den verkehrspolitischen Sprecher der CDU, Helmut Heuser, keine Überraschung. Allerdings stehe dem verhältnismäßig kleinen Gewinn beim Lärmschutz im Vergleich zu einer sechs oder zehn Meter hohen Lärmschutzwand ein unverhältnismäßiges Mehr an Kosten gegenüber. "Wenn der Bund das bezahlen würde, wozu er rechtlich nicht verpflichtet ist, freuen wir uns und würden uns herzlich bedanken", sagte Heuser. Stefan Majer (Grüne) und die Ausschussvorsitzende Annette Rinn (FDP) zeigten sich am Ende der Präsentation ernüchtert von den "gigantischen Kosten" (Majer).

Die Anwohner hat das nach der Sitzung wenig gekümmert. Sie fordern Ruhe ein und sehen eine sechs oder zehn Meter hohe Lärmschutzwand als Zwischenschritt hin zu einer Lösung - und die lautet Einhausung.

Autor:  JÜRGEN SCHULTHEIS
Datum:  29 | 10 | 2008
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