Die Solarindustrie im Rhein-Main-Gebiet fürchtet die von der Bundesregierung geplante Kürzung der staatlichen Förderung. Sowohl bei den Herstellern als auch bei Zulieferern und Handwerkern seien Arbeitsplätze in Gefahr. Bei Schott Solar in Alzenau protestierten jüngst 300 Beschäftigte gegen die Pläne.
Unterstützung bekommt die Branche von hessischen Politikern. Die Landtagsabgeordnete Ursula Hammann (Grüne) forderte Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) am Mittwoch auf, sich gegen die Kürzungspläne von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zu wehren. "Wir könnten uns eine maßvolle Reduzierung der Förderung im einstelligen Bereich vorstellen", so Hammann. Röttgen plane aber eine Radikalkur, nachdem die Förderung bereits Anfang des Jahres um neun Prozent verringert worden sei. Röttgen hat vorgeschlagen, Solaranlagen auf Dächern ab 1. April um 24 Prozent weniger zu subventionieren. Das Umstellen der Energieversorgung auf erneuerbare Energien funktioniere nicht mit Subventionswirtschaft, sagte er.
Die Solarbranche gilt in Hessen als Job- und Wirtschaftsmotor. Bis zum Jahr 2020 könnten allein in Nordhessen 20000 Arbeitsplätze im Bereich erneuerbarer Energien und Effizienzverbesserung entstehen, glaubt Hammann. Von der Kürzung stark betroffen seien nicht nur Hersteller von Solaranlagen, sondern vor allem die vielen lokalen Elektrobetriebe, die die Anlagen beim Kunden auf den Dächern montieren, warnen Experten. (dpa/pdi)

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