Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

29. Dezember 2010

Akte Hessen 2010: Den Tätern auf der Spur

Uniform eines hessischen Polizisten. (Symbolbild) Foto: ddp

Schuss auf einen Anwalt, totes Baby im Müllsack: Große Kriminalfälle beschäftigten Hessens Polizei 2010. In einigen Fällen haben sie noch keine Spur. Die Suche läuft 2011 weiter. Andere hatten weniger Glück und gingen zum Jahresende doch noch ins Netz.

Drucken per Mail
Frankfurt/Main –  

Kurz vor Weihnachten muss die Polizei in Osthessen eine neue Ermittlungsakte öffnen: Drei Männer brechen in das Haus eines Pfarrers ein, schlagen ihn krankenhausreif und rauben mehrere tausend Euro aus dem Tresor. Zudem fesseln und bedrohen sie einen 31-jährigen Kaplan, der ebenfalls in dem Haus wohnt. Eine heiße Spur gibt es einem Polizeisprecher zufolge bislang nicht. Zu den größten noch ungelösten Kriminalfällen 2010 gehört auch ein Anschlag auf einen Frankfurter Anwalt. Dagegen konnten die Ermittler mehrere Tötungsdelikte aufklären, die sie monate- und sogar jahrelang beschäftigt hatten.

Im Februar wurde ein Wirtschaftsanwalt vor seinem Haus in Frankfurt angeschossen, die Kugel traf den Mann im Bein. Die Polizei sucht noch immer nach dem Täter, auch die Oktober-Sendung von „Aktenzeichen XY... ungelöst“ brachte die Ermittler nicht viel weiter. Es seien danach aber mehrere Hinweise eingegangen, mit deren Hilfe ein Phantombild erstellt worden sei, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Die Polizei in der Wetterau fahndet noch immer nach der Mutter eines im Mai getöteten Säuglings. Das Mädchen wurde in einem blauen Müllsack am Ufer des Flüsschens Nidda in Bad Vilbel gefunden. Ermittler stellten auf der Leiche Gen-Spuren der Mutter sicher, deswegen baten sie im November 1500 Frauen zum DNA-Test. Erste Untersuchungsergebnisse sind nach Polizeiangaben aber negativ.

Erfolg im Fall der nackten Männerleiche an der A5

Im Herbst, acht Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 35 Jahre alten Frau aus dem südhessischen Lauteral-Elmshausen, konnten die Ermittler dagegen einen Verdächtigen schnappen. Der ehemalige Lebensgefährte soll die zweifache Mutter erstochen haben. Der 45- Jährige wurde in einem kleinen Ort im Landkreis Dachau in Bayern festgenommen. Die Leiche der Frau war Anfang April in einem Reihenhaus gefunden worden.

Einen Erfolg konnte die Polizei Mitte Dezember im Fall der nackten Männerleiche an der Autobahn 5 melden: Der mutmaßliche Mörder ist festgenommen. Der 55-Jährige soll im Frühsommer einen 30-Jährigen im Hölzertal bei Magstadt (Baden-Württemberg) und kurze Zeit später auch einen 70-Jährigen auf einem Parkplatz in der Nähe des südhessischen Mörfelden-Walldorf erschossen haben. Beide Opfer sollen homosexuell gewesen sein. Die Ermittler hatten mit einem Phantombild nach dem Schützen gefahndet. Wichtig war auch eine DNA-Spur, die nach einem Überfall auf einen Autofahrer in Freudenstadt im Schwarzwald gesichert worden war.

Im Fall eines gut 14 Jahre zurückliegenden Raubmordes an einer Rentnerin konnten die Ermittler die Akte schließen. Sie nahmen im März zwei Männer fest, die 1996 im mittelhessischen Allendorf/Lumda die 68-Jährige in deren Haus getötet haben sollen ­ für 70 Mark (rund 35 Euro) Beute. Seit November stehen sie vor dem Landgericht Gießen, die Urteile werden Anfang Januar gesprochen. (dpa)

Jetzt kommentieren

Anzeige
Ressort

Von Hanau über Offenbach bis Wiesbaden, von Friedberg über den Taunus bis nach Darmstadt: Die Frankfurter Rundschau berichtet mit ihren Redaktionen vor Ort aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Top Stellenangebote
Twitter
Top Stellenangebote
Online-Kataloge
Anzeige
Spezials
Altenhilfe der FR
Altenhilfe

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

ANZEIGE
- Partner