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03. Dezember 2014

Alternative für Deutschland: AfD verunglimpft Antifa-Gruppe

 Von Julian Feldmann
Konrad Adam, Mitglied im AfD-Bundesvorstand und im hessischen Landesvorstand.  Foto: imago/Gerhard Leber

AfD-Bundesvorstand Konrad Adam wirft der Antifaschistischen Bildungsinitiative aus der Wetterau vor, Gewalt anzuwenden und das Grundgesetz zu missachten. Das Bündnis prüft rechtliche Schritte.

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Die rechtskonservative Partei Alternative für Deutschland (AfD) wirft der Antifaschistischen Bildungsinitiative (Antifa-BI) aus der Wetterau vor, Gewalt anzuwenden und das Grundgesetz zu missachten. Die Betroffenen wollen das nicht hinnehmen. Die Antifa-BI will rechtliche Schritte gegen die AfD prüfen.

Die Antifa-BI war jüngst mit dem Sozialpreis des Wetteraukreises ausgezeichnet worden. Die Kreistagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP hatten die Initiative dafür vorgeschlagen, da sie seit Jahren Aufklärungsarbeit gegen Rechtsextremismus leistet. „Ihre Arbeit ist großartig und wichtig für die Wetterau, weil sich hier die Rechte besonders aktiv zeigt“, hatte der Erste Beigeordnete Helmut Betschel (Grüne) die Entscheidung des Kreises begründet. Schon die Wetterauer AfD hatte die Vergabe des Sozialpreises an die gemeinnützige Antifa-BI verurteilt. Nun legt Konrad Adam, Mitglied im AfD-Bundesvorstand und im hessischen Landesvorstand nach. In einer Mitteilung kritisiert er die vermeintlich fehlende Unterstützung für Zivilcourage durch die Politik. „Umgekehrt kann auf Anerkennung und mit Auszeichnung rechnen, wer das Grundgesetz missachtet, die Versammlungsfreiheit mit Füßen tritt und Gewalt nicht nur predigt, sondern auch gebraucht“, heißt es in der Meldung. Offenbar fürchtet man bei der Partei mögliche Kritiker. Denn seit der Gründung hat die AfD mit rechtsextremen Mitgliedern zu kämpfen, die sogar in Führungspositionen aufsteigen.

Autor für die "Junge Freiheit"

Auch Konrad Adam ist als Autor für die neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ tätig und war mit fragwürdigen Äußerungen in Erscheinung getreten. So hatte er etwa indirekt gefordert, Arbeitslosen das Wahlrecht zu entziehen. Nach seiner Interpretation rühme sich die Antifa-BI damit, „andere bei der Wahrnehmung ihrer bürgerlichen Rechte zu behindern“. Belege liefert der AfD-Sprecher allerdings nicht.

Solche Aussagen kennt man bei der Antifa-BI sonst nur aus rechtsextremen Kreisen. Für das zivilgesellschaftliche Bündnis in der Wetterau sind die Vorwürfe unverständlich. Gewalt als politisches Mittel lehne man selbstverständlich ab, sagt der Vorsitzende Andreas Balser der Frankfurter Rundschau: „Wir setzen auf Bildung und Aufklärung.“ Und Balser warnt: „Solche Angriffe können von Neonazis als politische Legitimation für Gewalt gegen Andersdenkende aufgefasst werden.“

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