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Anschlag auf Frankfurter Schlecker-Filiale: Polizei ermittelt gegen "Morgenlicht"

Nach dem Brandanschlag auf eine Schlecker-Filiale in Frankfurt hat die Bild-Zeitung ein Bekennerschreiben der "Bewegung Morgenlicht" erhalten. Im Namen dieser Gruppe wurde auch Roland Koch im Januar eine Bombenattrappe zugeschickt.

Nach dem Brandanschlag auf eine Filiale der Drogeriemarkt-Kette Schlecker in Frankfurt tappen die Ermittler im Dunkeln.
Nach dem Brandanschlag auf eine Filiale der Drogeriemarkt-Kette Schlecker in Frankfurt tappen die Ermittler im Dunkeln.
Foto: Symbolbild/ddp

Frankfurt/Main. Nach dem Brandanschlag auf eine Filiale der Drogeriemarkt-Kette Schlecker am Freitag in Frankfurt haben die Ermittler nur wenige Anhaltspunkte über die Täter. "Wir wissen nach wie vor nicht, wer dahinter steckt", sagte eine Sprecherin der Polizei am Samstag. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung, die nach eigenen Angaben ein Bekennerschreiben erhielt, soll die rätselhafte "Bewegung Morgenlicht" für die Tat im Stadtteil Gallus verantwortlich sein.

"Die Tat würde in das Muster passen", sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Samstag. Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag versucht, den Drogeriemarkt in Brand zu setzen. Eine zufällig vorbeikommende Streife entdeckte das Feuer und löschte es. Wegen der großen Hitze ging die Schaufensterscheibe zu Bruch. Es entstand ein Schaden von rund 5000 Euro.

Auch einen Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf das Büro einer Zeitarbeitsfirma in Frankfurt schließen Polizei und Staatsanwaltschaft nicht aus. Unbekannte hatten am vergangenen Sonntag dabei einen Brandbeschleuniger durch einen Briefkastenschlitz in das Büro geworfen und 15.000 Euro Sachschaden verursacht. Nach dem Anschlag bekannte sich die "Bewegung Morgenlicht".

Bombenattrappe für Roland Koch

Seit vergangenem Herbst schlägt die mysteriöse "Bewegung Morgenlist" immer wieder zu: Im November hatte sie sich in einem Bekennerschreiben zu zwei Anschlägen auf zwei Frankfurter Banken bekannt. Dabei war ein Schaden von rund 110.000 Euro entstanden. Im Januar war sie in die Schlagzeilen geraten, nachdem sie Ministerpräsident Roland Koch (CDU) auf dessen umstrittene Äußerungen über Hartz-IV-Empfänger eine Bombenattrappe zugeschickt hatte.

Ob tatsächlich alle Anschläge auf das Konto derselben Täter gehen, ist unterdessen fraglich. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft spricht inzwischen von "Nachahmer-Effekten" und "Trittbrettfahrern". Das Nachrichtenmagazin "Focus" (Montag-Ausgabe) berichtet, hinter der Bombendrohung gegen Koch stecke ein Einzeltäter. Es beruft sich dabei auf Ermittlerkreise, denen das Foto eines etwa 50 Jahre alten Tatverdächtigen vorliegen soll. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat davon nach eigenen Angaben "keine Kenntnis".

Das Landeskriminalamt in Wiesbaden befürchtet unterdessen nach Darstellung der "Bild", es könnte eine Terrorgruppe entstehen, die wie die "Revolutionären Zellen" in den 70er Jahren anfange: Mit Brandanschlägen und Bekennerschreiben, die einen ganz eigenen Stil aufwiesen. (dpa)

Datum:  6 | 2 | 2010
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