Erster Versuch:
Geschlossene Gesellschaft.
Zweiter Versuch: Familienfeier.
Dritter Versuch:
Geschlossene Gesellschaft.
Vierter:
Zu ohne Angabe von Gründen.
Fünfter: Ich zu zu.
Die Weida heißt richtig "Gaststätte Weida im Blauen Bock" und liegt in Bornheim, und der Autor Michael Tetzlaff war noch nie drin. Das ist aber nicht seine Schuld (siehe oben), und vor allem ist es kein Grund, die Eckkneipe zwischen Saalburg- und Heidestraße im Buch "Beim Apfelwein" totzuschweigen (die Fotografen Anika und Alexander Kempf zumindest haben es eines Tages doch geschafft, sich Einlass in die Weida zu verschaffen).
Ansonsten geht es in dem Bildband, der am Donnerstagabend mit einer Release-Party im Lokal Eulenburg vorgestellt wurde, aber größtenteils um Kneipen, die zu normalen Zeiten aufhaben, und die es wirklich gibt (bis auf eine Ausnahme, die aber hier natürlich nicht verraten wird), beschrieben von 37 Frankfurter Autorinnen und Autoren, die es auch alle gibt (bis auf eine Ausnahme, die hier auch nicht verraten wird). Apfelweinkneipenpatinnen und -paten sind Schriftsteller, Satiriker, Karikaturisten und Journalisten: zum Beispiel Alissa Walser und Eugen Egner, Michi Herl und Andreas Maier, Titanic-Redakteur Stefan Gärtner und Ex-Redakteur Oliver Maria Schmitt, die FR-Autoren Stefan Behr, Tanja Kokoska, Mark Obert, Jürgen Roth und Karin Ceballos Betancur. So schreibt Katja Kupfer, wie ihr Vater wegen eines Apfelweinrauschs, den er sich in der Sachsenhäuser Buchscheer zugezogen hatte ("Schnaps dürfte auch im Spiel gewesen sein"), ihre Geburt verpasst hat, und Stefan Gärtner über den "Vorstand des vorbildlich gemeinnützigen Vereins 'Schön durch Durst'" am Nachbartisch.
Bilder haben neben Anika und Alexander Kempf die Karikaturisten-Duos Greser & Lenz und Hauck & Bauer beigesteuert.
Rock me, Fallobst
Stalburg und Solzer, Dax und Atschel, Buchwald und Dauth-Schneider, Klabunt und Fichtekränzi, Sonne und Alte Zollwache: "Beim Apfelwein" ist ein Buch über Kneipen, aber kein Kneipenführer. Es ist auch keine Hommage an die Apfelweinkultur und an den Handkäs und so weiter.
Das Buch ist sozusagen eine Hommage an einen ideellen Ort, an "die erweiterte Form der Normalkneipe", wie Herausgeber Jürgen Lentes sagt: "Basisdemokratisch, geradezu libertär, die Apfelweinkneipe ist ein Ort gelebter Volksherrschaft." Und ein Ort der goldenen Garderobenhaken, die sich im Kreis um beige Räume ziehen, und der Kupfertheken. Wer den Umschlag vom Buch abmacht, versteht dann auch den Kupfermetallic-Look darunter.
Am allerwenigsten aber ist "Beim Apfelwein" eine Hommage an den Apfelwein. Viele Autoren verabscheuen den Schoppen, was sie aber sehr schön tun: "Apfelwein schmeckt wie flüssiger Schimmel", schreibt Karin Ceballos Betancur im Beitrag "Rock me, Fallobst". "Wenn ein Getränk eine Lebenslage wäre, dann wäre der Apfelwein um zwei Uhr mittags in der prallen Sonne verkatert auf einer Parkbank aufwachen und von Kindern mit Förmchen beworfen werden. Von dicken Kindern, die Zahnspangen tragen."
"Beim Apfelwein" ist im Frankfurter B3-Verlag erschienen. Der opulent
gestaltete Bildband hat 215 Seiten,
kostet 24 Euro und ist ab sofort
im Buchhandel sowie in ausgewählten Ebbelweikneipen erhältlich.

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