Ein Sturm der Entrüstung fegt über den leeren Edersee - und genau der ist das Problem. Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden (WSA) hat angekündigt, am 13. August für ein Lichterfest in Bodenwerder (Niedersachsen) drei bis vier Millionen Kubikmeter Wasser aus dem ohnehin schon recht leeren See abzulassen. Das bringt Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke (parteilos) auf die Palme.
„An einem Lichterfest hängt keinerlei Existenz, aber an den gewerblichen Betrieben in der Ederseeregion hängen viele Existenzen“, schreibt er in einem Brandbrief an das Amt. Zudem seien viele Gäste wegen des fehlenden Wassers ab- oder gar nicht erst angereist. Zuletzt habe das eigene Drachenbootrennen mit 10.000 Besuchern wegen Wassermangels abgesagt werden müssen, sagte er.
Auch der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat (SPD, ist empört über den Aderlass am Edersee. „Diese Begründung ist ein Schlag ins Gesicht für Hessens Tourismushochburg Nr. 1“, schreibt er laut Bürgermeister Plünnecke an das WSA. Sogar Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wurde informiert.
„Für die Edertaler ist das ein Drama, aber ich kann das nicht zurücknehmen“, sagt die WSA-Leiterin Katrin Urbitsch. Die Zusage habe sie gegeben, weil ein Wasser-Schwertransport angekündigt war, die gewerbliche Schifffahrt für das Lichterfest habe sich „drangehängt“. Nach der Absage des Schwertransports steht nun das Lichterfest alleine da - und das WSA steht zu seiner Zusage.
Bürgermeister Plünnecke will dennoch nicht aufgeben. „Wir denken derzeit sogar über einen öffentlichen Aufruf zu einer Protestveranstaltung beziehungsweise Demonstration in Hann. Münden beziehungsweise Hannover nach“, sagte er.(dpa)

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