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17. Februar 2010

Aus dem Gericht: Zuhälterei mit Voodoo-Zauber

Foto: ddp

Eine 37-jährige Nigerianerin hat junge Frauen mit Voodoo-Sprüchen eingeschüchtert: Wenn sie nicht für "Madame" im Bordell arbeiten würden, sollten sie dem Siechtum verfallen.

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Wegen Menschenhandels und Zuhälterei mit Voodoo-Zauber ist eine 37 Jahre alte Nigerianerin am Mittwoch vom Landgericht Frankfurt zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Angeklagte hatte 2008/09 in mindestens drei Fällen junge Frauen aus ihrer Heimat in Deutschland in Empfang genommen und mit Voodoo-Sprüchen eingeschüchtert.

Danach sollten die Frauen sterben oder in Siechtum verfallen, falls sie nicht den Anweisungen der sich als "Madame" bezeichnenden Frau nachkommen und im Bordell ihre Schulden für die Reise nach Deutschland abarbeiten würden. Die Frauen lieferten teilweise mehr als 80 000 Euro an die Angeklagte und deren Hinterleute.

Vor Gericht hatte die Zuhälterin ein Geständnis abgelegt, sich selbst dabei aber ebenfalls als Opfer bezeichnet. Sie sei Mitte der 90er ebenfalls unter Voodoo-Schwüren gezwungen worden, der Prostitution nachzugehen. Trotz dieser ungewöhnlichen Konstellation sah das Gericht allerdings keine Möglichkeit, dem Strafantrag der Verteidigung nachzukommen und eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Die kriminelle Energie der Afrikanerin bedürfe vielmehr einer fühlbaren Strafe.

In dem Verfahren war bekanntgeworden, dass offenbar die gesamte Familie der Frau in Nigeria damit beschäftigt ist, die sehr abergläubischen jungen Frauen einzuschüchtern und nach Deutschland in ein Bordell zu schicken.

Der Vorsitzende Richter erinnerte in der Urteilsbegründung daran, dass sich die Frauen nach dem Bekanntwerden der Vorfälle und der Festnahme der "Madame" sehr gewundert hätten, dass sie noch nicht in Siechtum verfielen. Der Schwur habe also nicht gegriffen. Im Strafmaß lag das Gericht auf der Höhe der Staatsanwaltschaft.dpa

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