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Ausflugstipp: Nacht der Sternschnuppen auf der Wasserkuppe

Hessens höchsten Aussichtspunkt bietet das Radom, der Gipfel der Wasserkuppe. Das Hochplateu war lange Zeit Sperrgebiet. Nun können sich Besucher der stillgelegten Radarkuppel aus Zeiten des Kalten Krieges erfreuen.

Gegen eine Gebühr von zwei Euro pro Person können Besucher auf einem 60 Meter langen und drei Meter breiten Rundlauf an der Außenwand des 24 Meter hohen Radoms entlang spazieren.
Gegen eine Gebühr von zwei Euro pro Person können Besucher auf einem 60 Meter langen und drei Meter breiten Rundlauf an der Außenwand des 24 Meter hohen Radoms entlang spazieren.
Foto: dpa

Hessens höchster Punkt, der Gipfel der Wasserkuppe, war lange Zeit Sperrgebiet. Amerikanische und französische Militärs und zuletzt auch die Bundeswehr machten sich das Hochplateau zu Nutze und betrieben hier ihre Überwachungsanlagen. Geblieben ist nach dem Ende des Kalten Krieges nur das alte Bundeswehr-Radom. Seit dem 26.Juni erlebt die ehemalige Radarstation ihren zweiten Frühling: Nach langer Vorarbeit einer gemeinnützigen Gesellschaft wurde die Kuppel für Besucher geöffnet.

Ein Abriss kam für die Gesellschaft, die sich für den Umbau engagierte, nicht in Frage. In den Jahren hatte sich die Kuppel auf der Kuppe zu einer Landmarke entwickelt, die die Menschen in der Region trotz des militärischen Hintergrunds liebgewonnen hatten. Und nicht zuletzt war und ist das Radom eine weithin sichtbare Mahnung, aus der Vergangenheit zu lernen.

Ein mehr als 200.000 Euro teurer Umbau machte das Radom fit für den künftigen Zweck. Rund um den Sockel zieht sich ein 60 Meter langer Umlauf, der als Aussichtsplattform dient. Die liegt rund zehn Meter über dem höchsten Niveau der Wasserkuppe, also auf 960 Metern über dem Meeresspiegel. Besucher können die Plattform gegen ein geringes Eintrittsgeld erklimmen und von Hessens höchstem Aussichtspunkt den Blick in die Ferne schweifen lassen. Allein bei der schönen Aussicht wollten es die Macher hinter der zivilen Nutzung des Radoms aber nicht belassen. Statt Radartechnik beherbergt die Kuppel nun Ausstellungen oder gibt kulturellen Veranstaltungen Raum.

Eine besonderer Abend erwartet Gipfelstürmer in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Beim ersten Sternschnuppen-Open-Air-Festival vor dem Radom wird das Naturspektakel vorbeiziehender Boliden mit Live-Musik untermalt. Ab 19 Uhr packt das "Duo Wilderness" die akustischen Gitarren aus und weckt Fernweh mit Liedern über ferne Länder, Liebe und das Leben in der Wildnis unter freiem Himmel. Ab 20.30 Uhr gibt es zwölf Chansons über zwölf Frauen mit zwölf Tierkreiszeichen zu hören, bevor der Musiker Frank Tischer ab 23.30 Uhr sein "Cosmic Concert" spielt. Dazu wird der Himmel leuchten, denn in dieser Nacht erreicht der aktivste und schönste Sternschnuppenstrom des Jahres sein Maximum. Bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde sind zu erwarten.

Im August ist das Radom montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Wochenende bis 19 Uhr. Bei Regenwetter und während Umbaumaßnahmen wird das Gebäude vorübergehend geschlossen, so auch am 5. August. Weitere Informationen im Internet unter www.radom-wasserkuppe.de. (ral)

Datum:  5 | 8 | 2009
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