Köln. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer fordert eine Entschuldigung von Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) bei der ehemaligen hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti.
"Ich akzeptiere erst eine Entschuldigung, wenn er sich bei Frau Ypsilanti persönlich entschuldigt", sagte Scheer am Montag im Deutschlandfunk. Alles andere halte er "nicht für glaubhaft". Clement hatte vor der Landtagswahl in Hessen indirekt dazu aufgerufen, Ypsilanti wegen ihrer Energiepolitik nicht zu wählen.
Später sagte er, es tue ihm leid, "wenn sich hessische Parteifreunde möglicherweise in ihren Gefühlen verletzt und durch den Zeitpunkt meines Kommentars im Stich gelassen fühlten". Im Verfahren um den Ausschluss Clements aus der SPD wollte sich am Montag die zuständige Bundesschiedskommission in Berlin zur womöglich entscheidenden Sitzung treffen.
Scheer bekräftigte, er halte das, was Clement damals getan habe, nach wie vor für einen "unglaublichen Vorgang". Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident habe ein "extrem unsolidarisches Verhalten" gezeigt. Daher könne er nicht "den Mantel des Verständnisses oder des Verzeihens darüberlegen". Scheer war in der gescheiterten rot-grünen Minderheitsregierung Ypsilantis als Wirtschaftsminister vorgesehen. (ddp)

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