Frankfurt. Pflastersteine fliegen durch die Luft, Bierflaschen zerschellen an Polizeiwagen, Leuchtraketen schießen in den Himmel, Böller explodieren: Erneut hat es in Bockenheim nach einer Demonstration im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in Griechenland Krawalle gegeben. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Beamte verletzt.
Am Bockenheimer Uni-Campus hatte sich am Donnerstag gegen 22.30 Uhr ein Protestzug in Bewegung gesetzt und war zum Griechischen Generalkonsulat an der Zeppelinallee gelaufen. Nach eigenen Angaben wollten die 180 Teilnehmer ihre Solidarität mit den Demonstranten in Griechenland bekunden. "Wir wollen ein Zeichen setzen für die Jugend dort", sagte ein junger Mann: "Und wir sind gegen die Jugend-Politik, die auch hier gefahren wird."
Auf dem Weg zum Konsulat zündeten die Demonstranten Pyrotechnik. Eskaliert sei die Lage, als der Zug gegen Mitternacht wieder den Campus erreichte, sagte ein Polizeisprecher: 60 Autonome rannten in die Adalbertstraße und bauten aus Mülltonnen und Warnbarken Barrikaden. Anschließend schmissen sie Steine und Flaschen auf Streifenwagen. Drei Autos wurden beschädigt. Zudem gab es Rangeleien zwischen Zivilpolizisten und Jugendlichen, bei denen die beiden Beamten verletzt wurden. Einen Demonstranten nahm die Polizei wegen Widerstands fest.
Durch die Jordanstraße rannten die jungen Leute schließlich zum Café Koz auf dem Campus - verfolgt von der Polizei. Auch vor dem 13. Polizeirevier an der Schloßstraße gab es Krawalle. Randalierer warfen Steine und Farbbeutel gegen das Gebäude.
Die Demonstranten sprachen am Freitag von Übergriffen seitens der Polizei. Zivilpolizisten hätten auf Teilnehmer des Protestzugs eingeschlagen. Die Beamten seien während der Demonstration selbst vermummt gewesen und als Provokateure aufgetreten, behaupteten die Teilnehmer. Zudem hätten sich Polizisten auch auf dem Campus aufgehalten.
Bereits am Montag hatte es nach einer Demonstration vor dem griechischen Generalkonsulat Krawalle gegeben. Dabei waren sieben Jugendliche vorübergehend festgenommen worden.

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