An der Hochschule RheinMain in Wiesbaden herrschte am Wochenende eine erhöhte Smartphone-Dichte und hohes Tweet-Aufkommen: das Barcamp RheinMain hatte sich für ein Wochenende auf dem Campus häuslich eingerichtet. Eingeladen hatte der Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V.
Ein Barcamp ist eine Unkonferenz: die Themen und der Ablauf der Tagung werden von den Teilnehmern selbst entwickelt. Am Anfang jeden Tages steht die Sessionplanung. Jeder Teilnehmer kann ein Thema vorstellen, über das er gerne sprechen möchte, muss aber nicht. Je nach Interesse der Barcamper werden die Sessions geplant, außerdem ist meist genügend Zeit zum Networking und zum Austausch zwischendurch vorgesehen.
Das Barcamp RheinMain ging 2012 in die vierte Runde und gastiert - nach Mainz und Darmstadt - erstmals in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. In nicht einmal zwei Tagen waren die 300 Plätze für das Barcamp vergeben - wer zu spät kam, musste auf einen Platz als Nachrücker hoffen.
Die Themengebiete eines Barcamps sind so vielfältig wie der Hintergrund der Teilnehmer: da treffen Social Media Manager auf Entwickler, Gründer und Selbstständige auf Festangestellte und jung auf alt. Die Themen rangieren an beiden Tagen des Barcamps RheinMain irgendwo zwischen Social Media, Internet, digitalen Entwicklungen und Programmierung.
Das Berufsbild Social Media Manager wird ebenso diskutiert wie High Performance JavaScript, aus aktuellem Anlass wird über Krieg im Netz - speziell im Nahostkonflikt aber auch allgemein - gesprochen, aber eben auch über Windows Phone 8, twitternde Astronauten, Mobile Payment oder Augmented Reality. Am zweiten Tag wird über den arabischen Frühling gesprochen, über Google+ und Smartphone Security, aber auch über "Blogger vs. Journalismus" und "Social Media im Real-Life" und Trolle.
Bei der Unkonferenz kommt zwei Online-Werkzeugen eine große Bedeutung zu: dem Sessionplan, der über das Web abgerufen werden kann, und Twitter. Über den Mikrobloggingdienst und das Hashtag #bcrm12 lässt sich gut nachvollziehen, was die Barcamp-Besucher gerade bewegt: sei es eine besonders interessante Session, eine kontroverse Diskussion, spannende neue Erkenntnisse oder einfach nur das Mittagessen. Aber auch offline wird fleißig diskutiert: in den Sessions, außerhalb den Sessions und auch bei der Party am Samstag Abend.
Am Ende der Veranstaltung zeigt sich noch einmal der besondere Ansatz eines Barcamps: die Teilnehmer helfen den Organisatoren beim Aufräumen, der offizielle Twitter-Kanal des Barcamps twittert ein Bild davon.
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