Direkt vor dem Korb hat sich Lakshman aufgebaut. Die Arme des Zwölfjährige sind nach oben gereckt, die Beine angewinkelt. Lakshman lauert - und hat dabei Erfolg.
Als seine Gegenspielerin Selina das Prellen einstellt und den einen Kopf größeren Lakshman direkt vor sich erblickt, stößt die Zehnjährige einen überraschten Schrei aus und lässt den Basketball fallen. "Hinterher, hinterher", feuert Trainer Igor Starcevic die Fünftklässlerin an und lächelt dann kurz zur Seite.
Die Basketball-Arbeitsgemeinschaften der Skyliners sind Teil einer Jugendoffensive des Profivereins. Der Basketball-Bundesligist bietet daneben schon seit Jahren so genannte School Clinics (einmalige Besuche von höheren Klassen mit Profitrainern) und Lehrerfortbildungen an.
Die Skyliners investieren jährlich insgesamt bis zu 300 000 Euro in das Programm, das die Mainova und die Deutsche Bank sponsern.
Interessierte Schulen können sich bei den Skyliners per Email unter school@skyliners.de oder telefonisch unter 0 61 03 / 20 06 06 bei Georg und Larissa Dinca bewerben.
Seit wenigen Monaten trainiert der ehemalige Zweitliga-Profispieler regelmäßig mehr als 20 Schüler der Musterschule in einer Arbeitsgemeinschaft. "Die meisten der Kinder hatten erst vor kurzem zum ersten Mal einen Basketball in der Hand. Und dafür läuft es immer besser", sagt Starcevic, während der nächste Angriff auf dem Spielfeld läuft.
Das Gymnasium im Nordend ist eine von mehr als 30 Frankfurter Schulen, an denen derzeit einmal in der Woche unter professioneller Aufsicht Basketball gespielt wird. Verantwortlich dafür sind die Skyliners Frankfurt.
Der Basketball-Bundesligist hat Anfang des Jahres eine Nachwuchsoffensive gestartet, um die Sportart in Frankfurt populärer zu machen. Neben einer eigenen neu gegründeten Nachwuchsabteilung setzen die Skyliners einen Schwerpunkt auf die Schulen. In diesem Jahr will der Klub 1000 Kindern in 40 Arbeitsgemeinschaften den Basketballsport näher bringen und gleichzeitig Talente für den Spitzensport fördern.
In den Schulen kommt das Programm gut an: Die Skyliners haben bereits jetzt Anfragen für mehr als 120 Basketball-Angebote in Frankfurt vorliegen. "Wir hätten gerne alle gemacht, aber dafür fehlten uns die Trainer", sagt Harald Stein. Er leitet seit einigen Monaten die neu geschaffene Abteilung Nachwuchs- und Schulförderung. In diesen Herbstferien will Stein weitere Übungsleiter ausbilden. Insgesamt sollen es mindestens 50 werden, mit denen die Skyliners im nächsten Schulhalbjahr etwa 80 Arbeitsgemeinschaften anbieten wollen.
Jedes Kinder soll mit einem Ball rumrennen
"Mein langfristiger Traum ist, dass jedes Kind mit einem Basketball durch die Gegend rennt", sagt der 41-jährige Stein und grinst. Wobei nach Vorgabe der Skyliners nur Kinder zwischen der dritten und sechsten Klasse mitspielen sollen. "In diesem Alter kann man einerseits Begeisterung wecken, man kann aber auch sehen, wer Talent zu mehr hat", erklärt Stein, der selbst einmal in der Nationalmannschaft spielte.
Wo die Korbjäger von morgen nach Ablauf des Halbjahres landen - ob in der eigenen Jugendabteilung, der Eintracht oder einem anderen der zwölf Frankfurter Basketballvereine - ist den Skyliners egal. "Hauptsache im Verein", sagt Stein.
Ganz ohne Eigennutz handeln die Skyliners aber auch nicht. Der vor zehn Jahren als reiner Profi-Klub gegründete Verein will sich in Frankfurt stärker verankern und neue Fans generieren.
Mit den "Skyliners Frankfurt e.V." haben sie einen eigenen Verein gegründet, der die vor einem Jahr begonnene Jugendarbeit bündelt. Und auch die Arbeitsgemeinschaften nutzen die Skyliners als Werbemöglichkeit.
Jedem Teilnehmer wollen die Profis mithilfe von Sponsoren im Laufe eines Halbjahres ein weiß-blaues T-Shirt, Ball und Turnbeutel schenken. Zusätzlich sollen Besuche von Profispieler für Nähe zu den Fans sorgen. In der Musterschule kam der US-Profispieler Jimmy McKinney vorbei und schrieb nach Ende der Doppelstunde fleißig Autogramme.
Nachwuchsbasketballerin Selina ließ gleich auch noch Trainer Igor Starcevic unterschreiben. "Basketball macht Spaß", sagt die Zehnjährige und grinst stolz.

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