Eine militante Gruppe mit dem Namen "Bewegung Morgenlicht" bedroht nach eigenen Angaben Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Sie habe eine nicht explosive Rohrbombe an den Politiker gesandt, um gegen seine Äußerungen zur Arbeitspflicht von Hartz-IV-Empfängern zu protestieren, hieß es in einem Bekennerschreiben, das der Frankfurter Rundschau am Freitag zuging.
Die Gruppe werde eine "scharfe" Rohrbombe "im Umfeld Ihrer Besitztümer" folgen lassen, wenn der Politiker seine Äußerungen wiederhole oder seine "arbeitnehmerfeindliche Politik" weiter verfolge, hieß es in der "Redaktionskopie" eines Briefs an Roland Koch.
Die Landesregierung bestätigte, dass ein solches Schreiben zeitgleich in der Wiesbadener Staatskanzlei eingegangen sei. Das Landeskriminalamt habe Ermittlungen aufgenommen, sagte Regierungssprecher Dirk Metz. "Richtig ist, dass es sich um eine Attrappe handelt, der Vorgang aber wie in solchen Fällen üblich absolut ernst genommen wird."
Das zweiseitige Bekennerschreiben enthält neben der Kopie des Briefs an Roland Koch eine "zusätzliche Info zur Aufklärung". Darin wird erklärt, dass die Sendung an den Ministerpräsidenten "natürlich nicht mit einem explosiven Stoff" versehen worden sei, sondern mit einer Brennpaste.
Die "Bewegung Morgenlicht" hatte sich zu Brandanschlägen auf Frankfurter Bankfilialen im November 2009 bekannt. Damals wurde in einem Bekennerschreiben an die FR Kritik an einem der Brandanschläge geäußert, weil Menschen gefährdet worden seien. Das neue Bekennerschreiben enthält die Adresse einer Homepage, die auf eine Art Satzung der "Bewegung Morgenlicht" verweist. Darin heißt es, "Sachschäden mit Verletzten oder gar Toten" brächten zwar Schlagzeilen, "aber die Ablehnung des Volkes und des ganzen politischen Spektrums. Letzteres wollen wir nicht."

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