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Bergen-Enkheim: Ringen um Räder

Stadtteilpolitiker diskutieren über Windkraftanlagen am Berger Rücken.

Im Ortsbeirat 16 könnte es am kommenden Dienstag wieder einmal hoch hergehen. Die Kontrahenten: CDU und Grüne. Streitgegenstand: Windräder auf Bergen-Enkheimer Gebiet. Die Christdemokraten sind entschieden dagegen, die Grünen dafür. Zwei Fraktionen, zwei sich widersprechende Anträge, eine Gemeinsamkeit: Grünen wie Schwarzen geht es um den Umweltschutz.

Etwa 24 Hektar entlang Hohen Straße, nordöstlich von Bergen-Enkheim, sind nach dem Entwurf des Planungsverbands "Ballungsraum Rhein-Main" für Windkraftanlagen vorgesehen. Ein Standort, den die CDU im Stadtteilparlament ablehnt. Denn die mehr als 100 Meter hohen Anlagen sollen in der Landschaftsschutzzone auf dem so genannten Berger Rücken errichtet werden - einem stark frequentierten Naherholungsgebiet.

CDU-Ortsbeirat Walter Fix fordert von der Stadtverordnetenversammlung, sich für die restlose Streichung dieser Flächen einzusetzen. Er fürchtet eine weitere Verunstaltung des Landschaftsbilds, bereits jetzt würde es durch Jahrzehnte alte Überland-Hochspannungsleitungen gestört. Zudem hätten in der Vergangenheit bereits weniger raumgreifende Bauwerke, wie Gartenlauben und ein Hundeübungsplatz, aus dem Landschaftsschutzgebiet entfernt werden müssen. "Die Frage ist doch, was dort mehr stört. Ein Gartenzaun oder ein 120 Meter hoher Turm, der auch noch Krach macht wie ein Flugzeug", sagt Fix.

Zudem würden die gut 300 Quadratmeter großen Fundamente der Windräder den Boden erheblich verdichten. Weitere Eingriffe seien für die Zufahrtswege erforderlich, der Landwirtschaft würden zudem weitere Flächen genommen. Dies alles stünde in keinem Verhältnis zu den Energieerträgen, glaubt der CDU-Politiker.

Für die Grünen im Ortsbeirat 16 hingegen steht die umweltfreundliche Stromgewinnung im Vordergrund. Ihr Gegenantrag fordert den unbedingten Erhalt der Vorzugsflächen. "Wir sind dafür, dass hier Windräder stehen", sagt Grünen-Chef und Ortsvorsteher Helmut Ulshöfer, "zumal in Frankfurt schon zu wenig Flächen für Windenergie ausgewiesen sind."

Dem Streit im Lokalparlament ging die Streichung von 61 der ehemals 66 geplanten Vorrangflächen für Windkraftanlagen im Rhein-Main-Gebiet durch den CDU-dominierten Planungsverband voraus. Die Fläche in Bergen-Enkheim gehört zu den wenigen, die den "Kahlschlag" überlebt haben. Über fünf weitere Vorrangflächen wird noch im Vermittlungsausschuss verhandelt.

Nicht zuletzt deshalb dürfte die Diskussion im 16er hart geführt werden. Dort stellt die CDU zwar die stärkste Kraft, ist jedoch auf Stimmen anderer Fraktionen angewiesen, um ihren Antrag durchzubringen. Eine Prognose zum Abstimmungsergebnis kann Walter Fix nicht geben. "Wir haben schlicht keine Ahnung, wie sich die anderen Fraktionen verhalten werden."

Weiter östlich, in Maintal-Bischofsheim, auf dessen Gemarkung sich ebenfalls ein Teil der Vorzugsfläche befindet, hat sich das Stadtparlament bereits entschieden - gegen die Windräder.

Der Ortsbeirat 16 tagt am kommenden Dienstag, 21. April, ab 19.30 Uhr im großen Saal der Stadthalle Bergen, Marktstraße 15.

Autor:  DANIJEL MAJIC
Datum:  16 | 4 | 2009
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