kalaydo.de Anzeigen

Berufstraining für Schüler: Zeitarbeit am Gymnasium

Die Zeitarbeitsfirma Randstad will Jugendliche fit machen für die Stellensuche. Dafür werden Zwölftklässler unter anderem auf Assessment-Center vorbereitet.

Randstad macht sich auch für die Bildung stark.
Randstad macht sich auch für die Bildung stark.
Foto: ddp

"Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Flexibilität“ – die Schüler der zwölften Klasse an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn wissen, welche Fähigkeiten von ihnen als künftige Arbeitnehmer erwartet werden. Andreas Bolder, der für die Zeitarbeitsfirma Randstad in die Schule gekommen ist, um mit den Jugendlichen über den Arbeitsmarkt und ihre berufliche Zukunft zu sprechen, zeigt sich begeistert vom Wissen der jungen Leute. Auch was sie sich als Arbeitnehmer wünschen, können die Schüler beantworten: „Aufstiegsmöglichkeiten, gutes Gehalt und Sicherheit“.

Als Bolder fragt, was Zeitarbeit bedeutet, meldet sich sofort die achtzehnjährige Ann-Christin: „Ausbeutung - wenn Menschen weniger Lohn bekommen, für die gleiche Arbeit.“ Die Einschätzung eines Mitschülers fällt etwas moderater aus: „Zeitarbeit ist eine ganz gute Lösung für den Arbeitsmarkt, aber sie bietet keine Sicherheit.“

Anatomie und Politik
Vielleicht ins Ausland
Ausbildung bei der Stadt
Arbeiten und Studieren
Parham Sabo (19) aus Schwalbach
Foto: C. Dörrenberg

Parham Sabo (19) aus Schwalbach: „Neben Politik und Wirtschaft interessiere ich mich vor allem für Naturwissenschaften. Ich will Medizin studieren. Wo, weiß ich noch nicht – eventuell in Österreich, wo es keine Zulassungsbeschränkung gibt oder in Jena. Die Anatomie des Menschen muss ich auch bei meinem Hobby, asiatischen Kampfsportarten, kennen, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Ich habe ein Praktikum bei einem Hausarzt gemacht. Außerdem studieren meine Cousine und mein Cousin Medizin. Weil mich Politik interessiert, könnte ich mir auch vorstellen, später Parteiarbeit zu machen.“

Lena Dambmann (18) aus Niederhöchstadt.
Foto: C. Dörrenberg

Lena Dambmann (18) aus Niederhöchstadt: „Ich interessiere mich für Medien und Journalismus. Beim Kinderprogramm des ZDF habe ich ein Praktikum gemacht – weiß aber noch nicht, ob mir das Texten liegt. Ich könnte mir auch vorstellen, was mit Politik zu machen, zum Beispiel beim Auswärtigen Amt oder in der Entwicklungshilfe. Außer PoWi habe ich Englisch als Leistungskurs. In der elften Klasse war ich ein Jahr in Kanada. Deshalb habe ich auch schon überlegt im Ausland eine Ausbildung zu machen oder zu studieren. Von dem Projekt erhoffe ich mir, genauer zu wissen, was ich will, mehr über meine Stärken und Schwächen zu lernen.“

Ann-Christin Rauth-Plaßmann (18) aus Eschborn.
Foto: C. Dörrenberg

Ann-Christin Rauth-Plaßmann (18) aus Eschborn: „Ich habe Politik / Wirtschaft und Biologie als Leistungskurse. Nach der Schule möchte ich eine Ausbildung in der Wirtschaft oder in der Verwaltung machen. In welchem Bereich, weiß ich noch nicht. Meine Mutter hat mir empfohlen, mich bei der Stadt Eschborn zu bewerben, weil dort die Ausbildung sehr gut sein soll. Ich hoffe, dass ich durch das Projekt mit Randstad herausfinde, wo genau ich später arbeiten möchte. Außerdem hätte ich gerne Tipps für Bewerbungsgespräche und möchte wissen, nach welchen Kriterien die Firmen ihr Personal auswählen. “

Robin Rüdesheim (18) aus Niederhöchstadt
Foto: C. Dörrenberg

Robin Rüdesheim (18) aus Niederhöchstadt: „Ich schwanke zwischen einem Betriebswirtschaftsstudium und einem dualen Studiengang, bei dem ich mich auch mit wirtschaftlichen Themen auseinandersetze. Mein Bruder macht das. Er arbeitet abwechselnd bei der VR Leasing in Eschborn und studiert in Mannheim. Mein Praktikum habe ich bei der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) gemacht. Dort war ich in der Nachwuchsförderung der Personalabteilung. Das hat mir sehr gefallen und es würde mich auch reizen, dort zu arbeiten.“

Aufgezeichnet von C. Dörrenberg

Schule & Beruf

Das Projekt Randstad@gymnasium ist eine Zusammenarbeit der Zeitarbeitsfirma Randstad und der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn. Es geht dabei um die Berufsorientierung von Jugendlichen.

Randstad ist ein niederländisches Zeitarbeitsunternehmen mit deutschem Hauptsitz in Eschborn. Laut Firmenangaben beschäftigt der Personaldienstleister bundesweit rund 63 000 Mitarbeiter. prcd

Andreas Bolder ist „Director Human Resources“ bei Randstad. Die Firma will den Zwölftklässlern der Kleist-Schule helfen, sich auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Dazu üben die 13 Schüler im Leistungskurs Politik und Wirtschaft (PoWi) das Verfassen von Bewerbungsschreiben sowie Vorstellungsgespräche, analysieren Selbst- und Fremdbilder und beweisen sich in einem Assessment-Center.

„Wir wollen etwas für unser Ansehen und das Ansehen der Branche tun“, sagt Bolder zu den Motiven für das Engagement an der Schule. Der Personaldienstleister wolle dabei „ein Stück von seinem Know-How“ weitergeben. Einerseits betrachte er es als „Verpflichtung, einen kleinen Beitrag zu leisten“. Andererseits sei Randstad als Ausbildungsbetrieb daran interessiert, „jungen Leuten eine Chance zur Mitarbeit zu bieten“.

Der stellvertretende Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule, Rainer Guss, betrachtet es als „oberstes Ziel, die jungen Menschen auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten“. Seit vielen Jahren setze seine Schule auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Einen wesentlichen Vorteil sieht er in der „Nutzung der Netzwerke“, die die Unternehmen hätten , um die „Schüler für anstehende Aufgaben fit zu machen“.

Auf die Frage, ob er es nicht problematisch finde mit einem Unternehmen der Zeitarbeitsbranche zusammenzuarbeiten, die immer wieder in der Kritik steht, das Lohnniveau zu drücken, entgegnet der Lehrer des PoWi-Leistungskurses, dass die Schule viele Möglichkeiten aufzeigen wolle, „mit ihren Vorzügen und Nachteilen, so dass die Schüler selbst entscheiden können, welchen Weg sie wählen“.

Autor:  Clemens Dörrenberg
Datum:  10 | 5 | 2011
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Staumelder

Staumelder 13 Staus mit einer Gesamtlänge von 55km
Zu den Staumeldungen
Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".