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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

23. Januar 2013

Beschwerde-Hotline: Hilfe für Opfer von Rassismus

 Von Marie-Sophie Adeoso

Das Netzwerk gegen Diskriminierung Hessen richtet eine Beschwerdehotline und ein Onlineformular für Menschen ein, die rassistisch oder aufgrund ihrer Religion diskriminiert wurden.

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Vielleicht, sagt Ulrike Foraci, sei es nicht die Absicht des Lehrers gewesen, seine Schülerin zu diskriminieren. „Doch aus Sicht der Familie war es eindeutig Diskriminierung“, dass die junge Muslima mit ihrem Kopftuch nicht am Sportunterricht teilnehmen durfte und dafür die Note Sechs erhielt. Die Schülerin und ihre Eltern wandten sich an die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (Agah) – „und im Gespräch mit der Schulleitung konnten wir eine Lösung erarbeiten“, so Geschäftsführerin Foraci.

Ab sofort können rassistisch oder aufgrund ihrer Religion diskriminierte Menschen sich über ein Online-Beschwerdeformular und eine Hotline an das Netzwerk gegen Diskriminierung Hessen wenden. Gefördert von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und koordiniert von der Agah besteht das Netzwerk seit dem Frühjahr 2012. Mit Faltblättern sollen nun die neuen Angebote bekanntgemacht werden, um Betroffene besser zu erreichen.

„Der Bedarf dafür ist da“, sagt Faridah Shatanawi, die das Projekt leitet. Zehn Beratungsanfragen seien in den vergangenen Monaten bereits an das Netzwerk gestellt worden. „Wir wollen den Leuten erst mal Raum geben, ihre Erfahrungen zu schildern“, erläutert Shatanawi. Manchmal könne man Betroffene an die Sozialberatung oder einen Anwalt vermitteln – manchmal handele es sich auch bloß um Missverständnisse, die sich im Kontakt mit beschuldigten Stellen aufklären ließen.

Diskriminierung komme in jedem Bereich vor, sagt Enis Gülegen, Vorsitzender der Kommunalen Ausländervertretung Frankfurt. Ob auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, im Kontakt mit Behörden oder in Schulen. „Wir müssen eine andere Kultur des Umgangs miteinander finden“, schlussfolgert der Agah-Vorsitzende Corrado Di Benedetto.

Das Netzwerk gegen Diskriminierung will dazu beitragen und hofft dabei auf Unterstützung durch Sponsoren und das Land Hessen. Denn bislang muss die Hilfe für Diskriminierte mit knapp 1,5 Stellen und 37500 Euro vom Bund auskommen – jährlich.

Die Beratungshotline ist erreichbar unter 0611/9899520, dienstags, mittwochs, donnerstags von 11 bis 12.30 Uhr. Onlineformular: www.netzwerk-gegen-diskriminierung-hessen.de.

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