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BI-Sprecher Heuser: "Radikal ist bei uns niemand"

BI-Sprecher Winfried Heuser über Ausbau-Protest und die Reizfigur Amann.

Winfried Heuser (72) aus Frankfurt ist Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen.
Winfried Heuser (72) aus Frankfurt ist Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen.
Foto: FR/Kumpfmüller

Herr Heuser, was verbinden die Gegner des Flughafenausbaus mit Herrn Amann?

Die Person des Herrn Amann ist in allen Phasen des Ausbaus hervorgetreten, insbesondere bei der mündlichen Erörterung in Offenbach. Da hat er sich durch eine Kaltschnäuzigkeit ausgezeichnet und wenig Verhandlungsgeschick oder gar Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Mitmenschen gezeigt.

Er ist also eine Reizfigur?

Er ist in seiner Haltung und in seinen Antworten auf Sachfragen herablassend, arrogant, besserwisserisch. Andere Meinungen - oder gar der Mensch dahinter - gelten ihm nichts. Das ist der typische Stil von Fraport, wie jüngst die verdeckten Filmaufnahmen von Journalisten im Wald gezeigt haben. Man tut nach außen so, als achte man alle Rechte, und in Wirklichkeit tritt man sie mit Füßen.

Was werfen Sie Fraport vor?

Die Leute sind nicht vertrauenswürdig. Beim Bau der Radarstation hat Fraport vertraglich zugesichert, das sei der letzte Eingriff in den Wald. Argumente spielen keine Rolle, es geht einfach nur um Macht.

Kann es sein, dass sich bei einem Teil der Bewegung nach der Hüttendorf-Räumung eine Gefühl der Ohnmacht eingestellt hat, das sich in Wut entlädt?

Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass die Menschen nach den Scheinverfahren wütend sind. Wir mussten erleben, dass der Rechtsstaat immer nur zu Gunsten des Luftverkehrs abwägt. Beim höchsten hessischen Verwaltungsgericht herrscht Kumpanei anstelle von sachlicher Beurteilung. Da können die Bürger schon den Eindruck gewinnen, dass man sie gezielt betrügt. Erst heißt es, es geht alles nach Recht und Gesetz. Wenn das dann zur Anwendung kommt, erfahren wir, dass es keineswegs so läuft.

Welche Protestformen außer der Mahnwache am Wald gibt es?

Wir Bürgerinitiativen machen weiter auf jener Schiene, auf die wir von Anfang an gesetzt haben. Wir arbeiten auf sachlicher, fachlicher Ebene mit Argumenten. Derzeit führen wir zum Beispiel die Bürgerbegehren in Kelsterbach oder Egelsbach herbei. Wir glauben an den Rechtsstaat und die Mittel, die er zur Verfügung stellt.

Gibt es radikale Tendenzen unter den Aktivisten?

Radikal ist bei uns niemand. Die Leute sind alle friedlich. Manche mögen im Aussehen nicht immer den bürgerlichen Idealen entsprechen, aber von der Gesinnung her sind sie die treuesten Staatsbürger. Gewalt oder gar Terrorismus sind keine Lösung für gesellschaftspolitische Konflikte. Wir setzen auf Vernunft und gute Argumente. Die werden aber weggewischt. Dass daraus bei einzelnen Wut entsteht, kann ich verstehen. Aber ich akzeptiere nicht, dass man sie an irgendjemand auslässt - selbst wenn es die provokante Figur des Herrn Amann ist.

Interview: Jutta Rippegather

Datum:  11 | 3 | 2009
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