kalaydo.de Anzeigen

Bilanz: Volksbank Frankfurt trotzt dem Sturm

Die Frankfurter Volksbank hat im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise das operative Ergebnis nahezu halten können. Dennoch blickt das Institut mit Sorge in die Zukunft.Von Peter Dietz

Nein, er habe keine Horrornachrichten zu bieten, sagt Hans-Joachim Tonnellier mit ein wenig Genugtuung in der Stimme. Nein, er habe keine Millionen-Verluste zu melden. Im Gegenteil: Die Frankfurter Volksbank hat im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise das operative Ergebnis nahezu halten können: Mehr als 53 Millionen Euro Gewinn stehen unterm Strich der Bilanz.

Zwar sei das Jahr 2008 mit seinen Turbulenzen "das schwierigste" in seiner 28-jährigen Vorstandstätigkeit gewesen, sagt Tonnellier. "Ohne zu übertreiben, darf ich sagen, dass unsere Geschäftspolitik noch nie einer härteren Prüfung unterzogen wurde." Dennoch sei Deutschlands zweitgrößte Volksbank "von der Krise unberührt" geblieben. Das Haus stehe da "wie ein Fels in der Brandung", so der Vorstandschef.

Auf Expansionskurs

Deutschlands zweitgrößte Volksbank betreut das Geld von rund 390.000 Privat- und Firmenkunden. 1117 Beschäftigte kümmern sich in mehr als 80 Filialen um den Service.

Die Bilanzsumme kletterte im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 5,84 Milliarden Euro. Und sie wird mit der Übernahme der Volksbank Main-Taunus im März weiter steigen - um etwa 900 Millionen Euro.

Konservative Geschäftspolitik

Die Volksbank habe wie im Vorjahr von ihrer konservativen Geschäftspolitik profitiert, meint Tonnellier. Das Institut sei keine unkalkulierbaren Risiken eingegangen. So habe das Haus weder in komplizierte Anleihen oder Derivate investiert, noch habe das Management Lehman-Zertifikate oder Island-Papiere in den Eigenbestand genommen. Auch stehe man mit keinem Geldinstitut in Geschäftsverbindung, das von einer Insolvenz betroffen war oder ist.

Laut Tonnellier hat die Volksbank Frankfurt im Zuge der Lehman-Pleite viele neue Kunden gewinnen können. Denn im Gegensatz zu anderen Banken und Sparkassen habe sein Haus keine Zertifikate der US-Investmentbank an seine Kunden verkauft. Zum Jahresende betreute das Haus das Geld von rund 390.000 Privat- und Geschäftsleuten - das sind 4000 Kunden mehr als noch ein Jahr zuvor.

Die Darlehenswünsche mittelständischer Betriebe könnten nach wie vor erfüllt werden, versichert Tonnellier. "Wir kennen keine Kreditklemme." Auch seien die Vergabebedingungen nicht verschärft worden. Kreditfähigen und kreditwürdigen Unternehmen sowie Privatkunden werde auch weiterhin ausreichend Kapital zur Verfügung gestellt.

Um ihre Marktposition auszubauen, treibt die Frankfurter Volksbank die 13. Fusion in der Unternehmensgeschichte voran. Im Frühjahr soll die Übernahme der Volksbank Main-Taunus unter Dach und Fach sein. Das Schwesterinstitut betreue mit 240 Mitarbeitern rund 60 000 Kunden "in einem der wirtschaftsstärksten Landkreise Deutschlands". Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der Fusion werde es nicht geben, verspricht Tonnellier.

Weitere Fusionen schließt der Bankchef nicht aus. Er sehe "noch viele Möglichkeiten" für ein Zusammengehen. Seit 1997 hat die Frankfurter Volksbank zwölf Volks- und Raiffeisenbanken übernommen. Eigenständige Volksbanken gibt es in der Region noch in Griesheim und Höchst.

In die Zukunft blickt Tonnellier mit "verhaltener Zuversicht", wie er sagt. Sorge bereiten dem Volksbanker etwa mögliche Entwicklungen im Sparkassenlager. Denn wie die Fraspa könnten bald auch die Nassauische Sparkasse (Naspa) mit Sitz in Wiesbaden, die Bad Homburger Taunussparkasse sowie die Sparkasse Offenbach unter das Dach der Hessischen Landesbank Helaba schlüpfen. Ein solcher Verbund brächte erhebliche Synergien, sagte Tonnellier. Und das würde die Volksbank vor enorme Herausforderungen stellen.

Autor:  PETER DIETZ
Datum:  22 | 1 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 
        

Die närrische Großdemonstration beginnt am Marktplatz.
Fastnacht in Oberursel 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Top Stellenangebote
Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag
Meistgeklickt
LAOS-Parteichef George Karatzaferis stemmt sich gegen die auferlegten Sparmaßnahmen.
Schuldenkrise in Griechenland 
        

Warm anziehen: Eintracht-Trainer Armin Veh.
Vor dem Spitzenspiel in Düsseldorf 
Demonstranten protestieren in Stockholm gegen das Urheberrechtsabkommen.
Streit um Acta 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.