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17. Februar 2013

Blockupy Frankfurt: Blockupy kommt wieder

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Die Organisatoren von "Blockupy 2.0" treffen sich zu Planung und Strategiebesprechung im Gewerkschaftshaus.

Das kapitalismuskritische Blockupy-Bündnis bereitet die zweite Protestrunde vor. Am Freitag, 31. Mai, soll es Aktionen im ganzen Stadtgebiet geben, einen Tag später eine Demonstration mit 20.000 Teilnehmern.

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Soziale Bewegungen am Laufen zu halten, kostet Zeit, Nerven und jede Menge Sitzfleisch. Zum dritten Mal fordert die Moderatorin das Publikum im rappelvollen Saal auf, leiser zu sein, damit man sich auf das weitere Vorgehen beim Aufruftext einigen könne. Eine junge Frau vermisst in dem Papier noch jegliche feministische Stoßrichtung, eine ältere Frau will den Zusammenhang von Krise und Naturzerstörung berücksichtigt wissen. „Vielleicht sollten wir auch diese Kritikpunkte an die Redaktionsgruppe weitergeben“, sagt ein Aktivist und erhält für diesen Vorschlag die erleichterte Zustimmung des ganzen Saales.

Eine Menge zu tun

Das kapitalismuskritische Blockupy-Bündnis, das die Stadt im Mai vergangenen Jahres mit tagelangen Protesten gegen die europäische Krisenpolitik in Atem gehalten hat, bereitet an diesem Sonntag im Gewerkschaftshaus die zweite Protestrunde vor. Am Freitag, 31. Mai, soll es Aktionen im ganzen Stadtgebiet geben, am Samstag, 1. Juni, eine Demonstration mit 20000 Teilnehmern.

Dabei will das Bündnis, das von Gewerkschaften, Attac, der Linkspartei und Gruppen aus der radikalen Linken getragen wird, wieder die Sparprogramme von EZB, EU-Kommission und IWF kritisieren, die deutsche Hegemoniepolitik in Europa, die „Sanierung des Kapitalismus auf dem Rücken der Lohnabhängigen“, wie es im Aufruf-Entwurf heißt.

So etwas will gut vorbereitet sein. Dazu haben sich rund 160 Menschen versammelt, ältere Gewerkschafter im Cordsakko, Friedensbewegte im bunten Strickpulli und junge Linke mit Piercings und schwarzen T-Shirts. In Arbeitsgruppen kümmern sie sich um Mobilisierung, Finanzen, Protest- und Aktionsformen – es gibt bis Mai noch eine Menge zu tun.

Behörden viel kooperativer

Obwohl noch vieles in dem heterogenen Bündnis umstritten ist, zeichnet sich schon einiges ab: Blockupy wird kompakter als im vergangenen Jahr, die Proteste sollen sich auf zwei Tage konzentrieren. Auch wenn wieder die Europäische Zentralbank blockiert werden soll, wollen die Aktivisten auch Akzente jenseits des Banken-Bashings setzen: Das linksradikale Bündnis „Ums Ganze“ etwa plant Aktionen am Flughafen, um Frankfurt als Abschiebe-Drehkreuz zu kritisieren. Außerdem will Blockupy ein Protestcamp errichten, in dem angereiste Aktivisten während der Protesttage schlafen können. „Dazu wird es demnächst Gespräche mit dem Ordnungsamt geben“, sagt Attac-Urgestein Werner Rätz, der auch als Anmelder der Großdemonstration fungiert.

Roland Süß, ebenfalls Attac-Mitglied und Sprecher von Blockupy, wünscht sich einen guten Verlauf der Proteste. „Wir hoffen, dass wir dieses Mal bessere Bedingungen haben werden“, sagt er. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt sämtliche Blockupy-Proteste verboten und die ganze Stadt mit einem martialischen Polizeiaufgebot abgeriegelt. Dieses Mal seien die Behörden viel kooperativer, sagt Süß. Man hoffe auch wieder auf Protestteilnehmer aus ganz Europa: „Wir haben europaweit eine sehr positive Resonanz zur Blockupy-Bewegung bekommen.“ Blockupy kommt wieder.

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