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13. Januar 2016

Bürgerwehr in Hessen: Bürgerwehr-Gründung per Facebook

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Nach der Skandalnacht in Köln wollen viele Bürger das Gesetz selbst in die Hand nehmen. (Symbolbild)  Foto: dpa

Nach den sexuellen Übergriffen in Köln setzt sich die Facebook-Gruppe "Fulda passt auf" für "mehr Sicherheit" ein und sucht Leute, die "mit anpacken wollen". Sie zählt bereits 1500 Abonnenten, die Polizei ist besorgt.

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Das Interesse scheint riesig zu sein. Nur drei Tage nach ihrem Start hat die Facebook-Gruppe „Fulda passt auf“ schon 1500 Abonnenten. Man wolle „aufklären, informieren und helfen“, setze sich für „mehr Sicherheit in Fulda“ ein und suche Leute, die „mit anpacken wollen“, heißt es auf der Seite, die bisher vor allem Medienberichte geteilt hat – etwa über Belästigungen von Frauen oder eine Schlägerei in einem Flüchtlingsheim. Dass die Betreiber der Seite schon am zweiten Tag klargestellt haben, sie wollten „keine Armee gründen“, ist ein Hinweis darauf, dass viele Nutzer die Seite genau so verstehen: Als Aufruf, eine Bürgerwehr zu gründen, wie das seit der Debatte um sexuelle Übergriffe in Köln derzeit vielerorts geschieht.

Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau gibt sich der Betreiber der Seite, der über sich lediglich sagen will, dass er 27 Jahre alt sei und in Fulda wohne, betont gemäßigt. Er habe vor allem wissen wollen, „wie die Leute darauf reagieren“, und er wolle eine Diskussion über Kriminalität in Fulda anregen. Keinesfalls wolle er eine Truppe aufstellen, „die durch die Gegend läuft und Selbstjustiz übt“, so der Mann – diese Vorstellung finde er „beängstigend“. Gleichwohl ernte er viel Zuspruch und erhalte auch Nachrichten von Bürgern, die ihn aufforderten, eine Bürgerwehr aufzustellen. Derzeit denke er darüber nach – einen solchen Schritt wolle er aber nur in Abstimmung mit der Polizei tun.

Bei der Polizei in Fulda ist man wegen „Fulda passt auf“ bereits alarmiert. Man sehe jede Überlegung, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, kritisch, sagte Polizeisprecher Martin Schäfer der FR. Bei solchen Aufrufen entstehe schnell eine hysterische Gruppendynamik, die in Kompetenzüberschreitungen und sogar in Straftaten münden könne. Viel hilfreicher sei es, wenn Bürger die Polizei anriefen, sowie sie eine Straftat beobachteten, so Schäfer: „Wir greifen jeden Hinweis auf und sorgen für Sicherheit.“ Der Staatsschutz habe „Fulda passt auf“ bereits im Blick – sowie dort strafrechtlich relevante Inhalte gepostet würden, werde man Ermittlungen einleiten.

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