Kein Geld? Kein Darlehen für den Start? Kein Problem für Florian Gorzny. Der 29-Jährige hat die bundesweite Lizenz für Bars der australischen Kette "Boost Juicebars" erworben. Sein Plan: In den kommenden Jahren allein in Hessen zehn Saftläden ins Laufen bringen. Doch dafür braucht der Jungunternehmer nicht nur weiche Früchte, sondern harte Währung.
Die Bürgschaftsbank Hessen (BBH) hat Gorzny bei der Kapitalbeschaffung geholfen. Der Markt für gesunde Getränke aus Fruchtmischungen wachse, glaubt man in Wiesbaden. Also sicherte das Institut die Existenzgründung ab. In Darmstadt hat Gorzny schon angefangen: Im City Carree gehen die ersten Smoothies über den Tresen. Die Saftbar ist nur eines von 274 Unternehmen, das die Bürgschaftsbank im vergangenen Jahr unterstützt hat. Damit sei die Zahl der Bürgschaften und Garantien im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte gestiegen. Investitionen und Betriebsmittel in Höhe von 107 Millionen Euro seien landesweit ermöglicht, 4600 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert worden - ein Rekord für die BBH.
Hilfe für die Saftbar
Die Bürgschaftsbank ist kein gewöhnliches Kreditinstitut. Das Haus vergibt selbst kein Geld, sichert aber Darlehen von kleinen Betrieben bis zu 80 Prozent der Kreditsumme mit einer Bürgschaft ab. So sollen die Chancen des Mittelstandes im Wettbewerb verbessert werden. Bund und Land Hessen unterstützen durch Rückbürgschaften; Träger der Bank sind Kammern, Verbände sowie Kreditinstitute.
"Mit einer Bürgschaft von uns im Rücken laufen die Verhandlungen oft einfacher, und die Kredite sind oft günstiger", sagt BBH-Chef Michael Schwarz. Denn neben der Sicherheit hätten die Unternehmer zudem eine Art Gütesiegel für ein geprüftes Konzept.
"Die guten Zahlen freuen uns sehr", sagt Schwarz. Es sei Ziel gewesen, "eine Kreditklemme bei hessischen Unternehmen im Keim zu ersticken". Trotz Krise seien die geförderten Existenzgründungen stabil geblieben: Für 106 Gründungen und Übernahmen seien mit Bürgschaften und Garantien ein Kreditvolumen von 25,5 Millionen Euro abgesichert worden.
Vor allem in der zweiten Jahreshälfte hätten die Anfragen zugenommen, sagt Schwarz. Das liege zum einen an den gestiegenen Anforderungen der Banken für die Kreditabsicherung, zum andern griffen die Erhöhung des maximalen Bürgschaftsbetrages von 1,5 auf zwei Millionen Euro sowie die Erweiterung des Angebots "Bürgschaft ohne Bank".
Die BBH bietet seit Mitte des Jahres eine Bürgschaft für alle Unternehmen. Dabei lassen die Firmen ihr Vorhaben zunächst von der BBH bewerten und suchen sich im Erfolgsfall mit dem Sicherungsschein eine finanzierende Bank.
Ausfälle gehören aber auch zum Geschäft. Wenn Firmen pleitegehen, muss die BBH zahlen. Da mehr vergebene Sicherheiten auch mehr Ausfälle bedeuteten, habe die BBH während des vergangenen Jahres vorgesorgt und ihre Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent aufgestockt, sagt Schwarz.
Info im Internet:www.bb-h.dewww.buergschaft-ohne-bank.de

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