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Busse und Bahnen in Rhein-Main: RMV droht mit höheren Preisen

Hessen kürzt in diesem Jahr wegen der Schuldenbremse seine Zuschüsse an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Sollte das Land dies auch 2013 tun, müssen Fahrgäste nach Ankündigung des RMV mit schmerzlichen Preiserhöhungen rechnen.

        

Immer mehr Leute nutzen Bus und Bahn – sollten die Preise drastisch höher werden,  könnte sich das wieder ändern.
Immer mehr Leute nutzen Bus und Bahn – sollten die Preise drastisch höher werden, könnte sich das wieder ändern.
Foto: dapd/Martin Oeser

Die 700-Millionen-Schwelle ist überschritten: Exakt 705 Millionen Fahrten verzeichnete der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) im vergangenen Jahr. Die Einnahmen lagen bei 731 Millionen Euro. Der auffällig große Sprung gegenüber dem Vorjahr steht in Zusammenhang damit, dass nach vier Jahren einmal wieder eine vollständige Zählung der Fahrgäste stattfand. „Die hat uns die positive Überraschung gebracht“, sagte Geschäftsführer Knut Ringat am Donnerstag in Frankfurt.

Der Kostendeckungsgrad liege bei 57 Prozent. Dadurch sei die Abhängigkeit von der öffentlichen Hand geringer als bei den anderen Verkehrsverbünden der Republik. Und doch steht der RMV vor einem Finanzierungsproblem. Wegen der Schuldenbremse gibt es in diesem Jahr vom Land Hessen 11,35 Millionen Euro weniger. 2012 soll der Fahrgast das noch nicht spüren. Doch wenn die Kürzungen nicht einmalig bleiben, entsprechende Signale gibt es aus Wiesbaden, dann muss er für das kommende Jahr mit schmerzlichen Preiserhöhungen rechnen. Auch das Angebot könnte ausgedünnt werden. Ob es dazu kommt, wird der RMV-Aufsichtsrat im Juni entscheiden.

S-Bahnen fahren pünktlich ein

Sehr zufrieden ist der Geschäftsführer mit der Entwicklung der Pünktlichkeit der S-Bahnen: 96,4 Prozent aller Züge seien rechtzeitig angekommen, hatten also weniger als sechs Minuten Verspätung. Trotz Streiks seien lediglich 0,7 Prozent ausgefallen. Auch bei den Regionalbahnen habe sich gezeigt, dass die Anstrengungen für mehr Pünktlichkeit sich gelohnt hätten.

Doch wenn der Zug mal nicht kommt, fühlen sich Reisende oft alleingelassen: „Die Informationen bei Unregelmäßigkeiten sind noch verbesserungsfähig“, räumt der Geschäftsführer ein. Ein Dauerproblem. Auch wenn knapp die Hälfte aller 430 Stationen inzwischen mit Tafeln ausgestattet ist, darunter alle S-Bahn-Halte. In diesem Jahr soll die Aufrüstung fortgesetzt werden. Zudem arbeitet der RMV an einer sogenannten Datendrehscheibe, auf die Fahrgäste sowie Bus- und Eisenbahnunternehmen zugreifen können, um zu erfahren, ob der Zug nach Fahrplan kommt.

Apropos pünktlich: Oft dauert auch das Einsteigen zu lang, weil alle Leute sich durch eine Tür quetschen. Am Frankfurter Hauptbahnhof experimentiert der RMV derzeit mit Farbmarkierungen, um die Fahrgäste besser zu leiten, damit es schneller geht.

Autor:  Jutta Rippegather
Datum:  13 | 1 | 2012
Kommentare:  9
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