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Carl-von-Weinberg-Schule: Schwänzen mit Erlaubnis

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Carl-von-Weinberg-Schule und dem Olympiastützpunkt trägt Früchte. Von Svenja Dauscher

Hoch hinaus: Auch die Handballer werden ausgezeichnet.
Hoch hinaus: Auch die Handballer werden ausgezeichnet.
Foto: FR/Rohnke

Vor zwei Jahren war das Büro des Direktors Wolfram Waltemathe der Carl-von Weinberg-Schule in Goldstein noch groß genug, um die erfolgreichen Sportler der Partnerschule des Olympiastützpunktes zu ehren. In diesem Jahr wurden so viele junge Leute ausgezeichnet, dass die Ehrung mit Lutz Arndt, Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Landesausschusses Leistungssport, in die Aula verlegt wurde. Vier Schulmannschaften und sieben Individualsportler waren auf der Liste.

Grund für das gute Abschneiden war das Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin diesen Jahres. Die Basketballer und Handballer wurden sechster, die Badmintonspieler fünfter. Am erfolgreichsten war das Tischtennisteam. Es gewann, so Lehrertrainer Johannes Hermann, zwar "knapp, knapper, am knappsten", aber im nächsten Jahr werden die Spieler zur Schulweltmeisterschaft fahren.

In den Individualsportarten konnte der Fußballer Stefano Cincotta, der U19-Nationalmannschaftsspieler, überzeugen. Daneben wurden in der Leichtathletik die Deutschen Meister Carolin Schäfer (Hallenhürdenlauf), Steffen Klink (Siebenkampf), Niko Sonnenberg (1500-Meter-Lauf) und Katarina Heinig (Halbmarathon) geehrt. Auch die Schwimmerinnen Ines Biehler und Sarah Köhler überzeugten bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften durch fleißiges Medaillensammeln.

Diese Athleten zeigen, dass sich die Zusammenarbeit von Schule und Sport positiv auswirkt. Die Carl-von-Weinberg-Schule bietet die Möglichkeit des Sportabiturs. Schüler werden zu Wettkämpfen und Trainingseinheiten vom Unterricht freigestellt. Zusätzlich kann Frühtraining bereits in den Stundenplan integriert werden. Trotzdem sagt Lutz Arndt: "Wir dürfen uns nicht zurück lehnen." Es gäbe Stärken und Schwächen in der Förderung der hessischen Leistungssportler. Eine negativ Tendenz ist die demographische Entwicklung. "Es gibt weniger Talente, weil weniger Talente geboren werden", so Lutz Arndt. Ein weiteres Problem sieht er im Turbo-Abitur. Für den Leistungssport bleibe da keine Zeit.

Neue Akademie

Der deutsche Turnerbund baut zur Zeit am Frankfurter Olympiastützpunkt in der Otto-Fleck-Schneise eine neue Akademie. Hier sollen zukünftig alle Räumlichkeiten für die Verwaltung des Verbandes unterkommen. Jetzt befinden sich diese Räume noch im "Haus der Athleten", der Heimat vieler Internatsschüler und Kadersportler. Durch den Wegzug der Verwaltung wird dieses Stockwerk frei. "Wir wollen etwas bewegen", sagt Arndt und verkündet, dass das Haus der Athleten von 34 auf 50 bis 55 Plätze erweitert wird.

Die Finanzierung ist gesichert. Das Haus der Athleten wird im selben Zug saniert und modernisiert. Die Plätze werden an einzelne Sportler vergeben. Zusätzlich wird seit mehr als zehn Jahren versucht, ein Internat für Mannschaftssportarten aufzubauen. Doch die Aussichten dafür sind nach wie vor nicht rosig. "Die Trainingsmöglichkeiten sind in der Otto-Fleck-Schneise einfach nicht gegeben", sagt Werner Schäfer, der Leiter des Olympiastützpunktes Hessen. "Mittelfristig soll an der Carl-von-Weinberg-Schule ein solches Internat gebaut werden. Die zukünftige Drei-Felder-Halle bietet die Trainingsmöglichkeiten", so Arndt.

Autor:  SVENJA DAUSCHER
Datum:  20 | 5 | 2009
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