Naim Yildirim, CDU-Mitglied aus der Nordweststadt, ist randvoll mit Hoffnung, dass es dieses Mal gelingen werde. Er hat schon mehrfach vergeblich versucht, in ein Gremium des Kreisverbandes einzuziehen. An diesem Samstag nun, bei seinem "Heimspiel" im Titusforum in der Nordweststadt, hat er nichts dem Zufall überlassen. Seine Bewerbungsrede für einen der zwölf Beiratsposten ist humorvoll und appellativ gleichermaßen. Der 49-Jährige scherzt, dass hier vor den Delegierten endlich mal kein Anwalt stehe, die CDU habe ja so viele, sondern ein Elektrotechniker. Er berichtet, wie viel Herzklopfen er vor diesem Auftritt hatte und wie viele Freunde er um Rat nach der passenden Darbietungsweise gefragt habe. Er nennt sich einen "deutschstämmigen Türken". An diesem Punkt sind die Delegierten im Saal schon spürbar positiv gestimmt.
Es gibt Applaus, als der 49-jährige Yildirim von seiner großen Motivation berichtet: "Wir dürfen das wichtige Thema Integration nicht der SPD und den Grünen überlassen." Ohne die CDU sei diese ohnehin niemals zu schaffen. "Miteinander leben, statt nebeneinander zu schmoren", laute seine Devise für das Zusammenleben von Deutschen und Nicht-Deutschen. Zwei Töchter hat er am Gymnasium, sein Einsatz gelte bereits den ungeborenen Enkeln, sagt er später noch. Der Beifall ist kräftig. Und nun muss Yildirim warten und warten und warten, bis ein wahrer Auszählungsmarathon beendet wird. Es gibt zwölf Positionen und 14 Bewerber. Darunter mit Barbara Henke einen weiteren Neuling. Die 45-Jährige ist seit sechs Jahren in Frankfurt, hat ihren Wohnsitz in Harheim aufgeschlagen. Der Betriebswirtin, Ausrichtung European Business Management, ist die Bildung ein ganz wichtiges Anliegen. Sie gefällt den Delegierten, auch Yildirim applaudiert, da ist er weiterhin hoffnungsfroh.
Eine erste Auszählung ergibt, das hört er so zwischendurch, dass es Yildirim tatsächlich geschafft hat in den erweiterten Vorstand einzuziehen. Dann aber kommt die bittere Nachricht, dass das Ein-Drittel-Frauenquorum für den ersten Wahlgang nicht erreicht ist. Das Statut fordert eine erneute Wahl. Und da nun, nach Stunden des Wartens, stellt sich heraus, dass Naim Yildirim doch noch gescheitert ist. Mag sein, dass einige der ihm gewogenen Delegierten vor dem zweiten Wahlgang den Heimweg angetreten hatten. Er ist tief, tief traurig.
Geschafft hat es Barbara Henke, die sehr leise jubelt, selbst ein wenig überrascht scheint und die vielen Glückwünsche etwas verlegen entgegennimmt. (ox)

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