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Cebit: Mehr Geld für Datensicherheit

Regionale Aussteller sprechen von einer guten Stimmung auf der Cebit. Die Branche erwartet einen Umsatz von 14,6 Milliarden Euro. Von Joachim Göres

Rund 1600 Aussteller weniger als vor zwei Jahren, viele freie Flächen in den Messehallen, ein Tag kürzere Laufzeit - die Cebit in Hannover, die noch bis Samstag dauert, ist zwar noch immer die weltgrößte Computerfachmesse. Ihre einst herausragende Bedeutung für die Informations- und Telekommunikationsbranche hat sie aber verloren. Dennoch: an den meisten Ständen der insgesamt 4157 Aussteller aus 68 Ländern herrscht reges Treiben, von dem auch Unternehmen aus der Rhein-Main-Region profitieren wollen.

"Im letzten Jahr haben viele große Unternehmen ihr IT-Budget eingefroren. Aber die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit im Netz werden nach den zahlreichen Fällen von Datenmissbrauch immer höher. Deswegen wächst der Markt und auch die Nachfrage bei uns", sagt Thomas Hemker, Vertriebsmitarbeiter bei der PGP Corporation. Das US-Unternehmen, das in seiner deutschen Zentrale in Offenbach 25 Menschen beschäftigt, entwickelt Sicherheitssoftware für die Verschlüsselung von E-Mails und Daten. Zu den mehr als 100.000 Kunden weltweit zählen vor allem Banken, das Gesundheitswesen und die Automobilbranche.

In Hannover wird Interessenten etwa ein sogenannter Key Management Server für die zentrale Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln angeboten. "Die Messe läuft super für uns. Man spürt ein wirkliches Interesse und die Bereitschaft zur Investition", sagt Hemker, der für dieses Jahr mit einem Plus beim nicht näher bezifferten Umsatz rechnet.

Sicherheit ist auch Thema der 15 Mitarbeiter zählenden Flexsecure GmbH aus Darmstadt. Sie entwickelt Software für Kommunen, etwa für die digitale Unterschrift bei Dokumenten. Zu den Kunden zählen aber auch größere Unternehmen. "Die Cebit ist deutlich besser besucht als erwartet", sagt Markus Lippert, Assistent der Geschäftsleitung. Damit setze sich der Trend seit Jahresbeginn fort. Nach den Rückgängen des vergangenen Jahres seien die Auftragsbücher inzwischen wieder voll.

Flexsecure will weiter wachsen und sucht neue Mitarbeiter. "Das ist aber nicht so einfach, denn der Markt für Spezialisten ist derzeit relativ leer. Unser Vorteil ist, dass wir gute Kontakte zur TU Darmstadt haben", so Lippert, der für 2010 einen deutlich höheren Umsatz als im Vorjahr erwartet. Genaue Zahlen nennt auch er nicht.

Umstrittene Patientenkarte

Die vor einem halben Jahr gegründete Frankfurter Med-O-Card AG wittert bei der elektronischen Gesundheitskarte das große Geschäft. Bislang testet ein Krankenhaus in Bottrop die Med-O-Card, auf der Patienteninformationen gespeichert sind. "Bis Ende des Jahres kommen wir mit 50.000 Karten auf den Markt, die schon bezahlt sind. Das Interesse bei Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen ist groß. Ab 2011 wollen wir dann jährlich mindestens eine halbe Million Karten verkaufen", sagt Firmengründer und Geschäftsführer Gunter Pollanz. Er ist Chef von vier Mitarbeitern und will Interessenten in Hannover davon überzeugen, dass der von vielen befürchtete Missbrauch von Patientendaten bei Eider Gesundheitskarte nicht möglich ist.

Für Deutschland erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) für 2010 wie im Vorjahr einen Umsatz von 14,6 Milliarden Euro im Software-Geschäft. 2009 war er um drei Prozent gesunken. Bitkom vertritt mehr als 1300 Unternehmen mit 700.000 Beschäftigten, die einen Umsatz von etwa 135 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Autor:  Joachim Göres
Datum:  6 | 3 | 2010
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