Hamburg/Darmstadt. Greenpeace-Mitglieder haben am Samstag in Darmstadt und anderen Städten Produkte mit genmanipuliertem Leinsamen aus den Supermärkten geräumt. "Es ist ein Skandal, dass der verbotene Gen-Leinsamen nach über einer Woche immer noch verkauft wird", kritisierte Greenpeace-Expertin Stefanie Hundsdorfer in Hamburg. "Diese fahrlässige Schlamperei nehmen wir nicht hin." Die Umweltschützer hätten daher auch in Bonn, Celle, Chemnitz, Göttingen, Hannover, Karlsruhe, Köln, Oldenburg und München die Produkte aus den Regalen geräumt.
Der genmanipulierte Leinsamen ist nach früheren Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht gesundheitsgefährdend. Der Leinsamen geht laut Bundesamt auf eine Gen-Pflanze zurück, die in Kanada für den Verzehr, den Anbau und als Futtermittel zugelassen ist. In der EU ist dieser Leinsamen dagegen verboten. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte gefordert, die Ware umgehend aus den Regalen zu nehmen.
Leinsamen ist in Lebensmitteln wie Backwaren oder Müsli enthalten. "Die Lebensmittelhändler müssen nun endlich ihrer Pflicht nachkommen und die verbotene Ware zurück an die Hersteller schicken", forderte Hundsdorfer. Außerdem sollten sie auch andere Leinsamen- Produkte auf gentechnische Verunreinigungen testen lassen: "Greenpeace geht davon aus, dass noch viele weitere Lebensmittel von den Verunreinigungen betroffen sind." (dpa)

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