Ich komme mit", sage ich. "Wohin?", fragt Frank. "Na, mit Adam". So beginnt das vorläufige Ende der Erzählung "Adam" von Amélie Barucha.
Darin entscheidet sich die Ich-Erzählerin, mit dem Tramper Adam an einem Parkplatz auszusteigen, statt mit ihrem Vater weiterzufahren. Mit Adam im Norwegerpulli. Mit Adam, den sie noch nicht kennt, mit dem sie sich aber durch den Rückspiegel Blicke zugeworfen hat. Vielleicht geht die Geschichte weiter. Wie, das bleibt zunächst der Fantasie der Besucher der Lesung im Haus am Dom am heutigen Freitag überlassen.
"Adam" ist wie die meisten anderen Texte der neun jungen Autorinnen und Autoren aus dem Rhein-Main-Gebiet, 16 bis 22 Jahre alt, ein Fragment, Ergebnis eines monatelangen kreativen Prozesses. Amélie Barucha und die anderen sind Teilnehmer der Schreibwerkstatt "open writing", die einmal jährlich von der Literaturwerkstatt Berlin, dem Literaturhaus Frankfurt und der Crespo-Foundation organisiert wird. Alle zwei Wochen haben sich die neun im Literaturhaus getroffen, um mit dem Schriftsteller Markus Orths, Autor der Romane "Lehrerzimmer" und "Zimmermädchen", über ihre Texte und über das Schreiben im allgemeinen zu sprechen. Dramaturgie, Zeitstruktur, Textanfänge und Perspektive standen ebenso auf dem Lehrplan wie eine Reise zum Lesewettbewerb "Open Mike" in Berlin.
Intensive Textarbeit
Der Wochenendbesuch in der Hauptstadt habe ebenfalls viel kreative Energie freigesetzt, berichtet Nicole Schmid, die im Verlauf der Schreibwerkstatt entschieden hat: Aus ihrer Idee, über die Traurigkeit als ansteckende Krankheit, die zum Tod führt, zu erzählen, soll ein Roman werden. Erzählungsfragmente, Kurzgeschichten, Satire: Ganz verschiedene Texte sind entstanden, so verschieden wie die neun Autoren.
Die intensive Textarbeit habe ihm viel Spaß gemacht, sagt Markus Orths. "Ich finde es sehr mutig, eigene Texte im Entstehungsprozess dem Feedback anderer auszusetzen."
Die Lesung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von "open writing" findet am heutigen Freitag, 28. November, 19 Uhr, im Giebelsaal des Hauses am Dom, Domplatz 3, statt.

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