Die deutschen Jüdischen Gemeinden zu stärken, sei das Ziel der Politik, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung zur Migration jüdischer Menschen aus der früheren Sowjetunion. Das gelte für damals, wie für heute. Der Minister sprach als Hauptredner in der zu drei Vierteln besetzten Paulskirche.
Für ihn sei das Erstarken der hiesigen jüdischen Gemeinden, die Hoffnung auf ein reichhaltiges jüdisches Leben in Deutschland, "ein wahres Geschenk". Darum habe man in den frühen 90er Jahren die Einwanderung von Menschen, "deren Identität durch Diskrimininierung und Gleichschaltung gekappt worden war", erleichtert. Und immer noch, obwohl die Übersiedlung seit 2005 an mehrere Bedingungen geknüpft wird, sei eine Einwanderung von russischen Juden erwünscht. Hatte es damals ausgereicht, seine jüdische Herkunft aus Dokumenten zu belegen, müssen auch jüdische Migranten jetzt Grundkenntnisse in Deutsch belegen und nachweisen, dass sie "für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen können". Auch die Aufnahme in eine jüdische Gemeinde müsse gewährleistet sein.
Von den 212000 inzwischen hier ansässigen Juden der ehemaligen Sowjetunion sei knapp die Hälfte in eine jüdische Gemeinde integriert. De Maizière sprach auch die oftmals fehlende Anerkennung der Schul- und Berufsausbildung von Eingewanderten an. Er nannte die Schwierigkeiten, die man den oft sehr Qualifizierten mache "eine kafkaeske Geschichte". Demnächst werde sich das ändern, "wenn die Länder mitmachen".
An die Betroffenen, von denen viele in den Reihen Platz genommen hatten, richtete der Minister den Appell, die wichtige Rolle zu beachten, die die Sprache bei der Integration habe: "Deutsch ist das Verbindende." (clau)

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