Alle sind gekommen. Die Verdi-Jugend, die jungen Sozialisten von Solid, Schüler aus den umliegenden Schulen und natürlich die mit den gelben T-Shirts "gegen Bildungsabbau". Einige sind schon arg verwaschen. Kein Wunder: Die Gelegenheiten, zu denen Studierende auf die Straße gehen und die gelben Dinger tragen, häufen sich. Es nimmt einfach kein Ende: "Der Hochschulpakt, das Sparpaket, es geht nicht mehr", sagt Erik, 24 Jahre alt, Student an der Frankfurter Goethe-Uni. Er hat sich mit 350 anderen an der Konstablerwache eingefunden, um seinen Arm klebt ein Tesakrepp-Streifen mit der Aufschrift "Ordner".
Tausende auf den Straßen
Die Demo am Mittwoch ist nicht so groß wie die in Wiesbaden vor einem Monat, als der Hochschulpakt noch nicht unterzeichnet war. Das hat aber auch damit zu tun, dass in ganz Hessen junge Menschen auf die Straße gehen.
Zur größten Demonstration nach Kassel kommen rund 2000 Schüler, Studenten und Lehrlinge verschiedener nordhessischer Betriebe. In der Landeshauptstadt gehen etwa 800 auf die Straße. In Südhessen protestierten 600, in Mittelhessen mehr als 700 und in Oberursel rund 100 Leute. Dabei bleibt es überall friedlich. In Marburg nehmen am Nachmittag rund 700 Studenten, Schüler, Lehrer und Angestellte der Universität an einem Protestzug durch die Innenstadt teil. Die Demonstranten starten von verschiedenen Orten aus und treffen sich in der City zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung.
In Frankfurt schiebt sich der Protestzug gemächlich von der Konstablerwache Richtung Norden. "Hey, die Sachen hier müssen noch auf den Lauti!", brüllt jemand, der auch ein "Ordner"-Bändchen anhat. Der Lauti ist der Lautsprecherwagen. "Die Uni gehört allen!" steht auf einem Bettlaken, das an den Transporter geklebt ist.
Die Demonstranten kritisierten die Sparpolitik der schwarz-gelben Landesregierung, die 2011 30 Millionen Euro bei den Hochschulen und 45 Millionen Euro bei den Schulen sparen will. "Die angekündigten Einsparungen werden Schulen und Hochschulen massiv belasten und die bisherige Unterfinanzierung der öffentlichen Bildungseinrichtungen weiter vorantreiben", heißt es in einer Mitteilung des Asta der Technischen Universität Darmstadt.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+
Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.