Frankfurt/Main. Hunderte Kapitalismuskritiker haben am Freitagabend friedlich in der Frankfurter Innenstadt demonstriert. Mit Bannern und Sprechchören verkündeten sie ihre Positionen gegen den Kapitalismus und Lohnarbeit. Dem Sprecher der Veranstalter, Christian Linden, zufolge waren mehr als 1000 Demonstranten zu dem Protestzug und der anschließenden Kundgebung auf dem Goetheplatz gekommen. Die Polizei berichtete von etwa 400 Teilnehmern. Vor Ort waren mehrere hundert Einsatzkräfte. Von den Organisatoren im Internet angekündigte Aktionen gegen ein Großaufgebot der Polizei blieben aber aus. Auch in der Nacht eskalierte es nach Angaben der Polizei vom Samstag nicht.
Ein Bündnis linker Gruppen hatte bundesweit zu der Demonstration unter dem Motto "Endlich wird die Arbeit knapp! Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Konkurrenz - Kapitalismus abwracken!" aufgerufen.
Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet, Hamburg, Berlin und Göttingen seien nach Frankfurt gekommen, sagte der Sprecher des Bündnisses. Einige waren komplett in Schwarz gekleidet, andere als Clowns verkleidet und geschminkt. Linden bewertete die Protestaktion positiv: "Wir konnten uns auf die Inhalte konzentrieren." Damit wolle man sich explizit gegen die Demonstrationen der Gewerkschaften am 1. Mai abgrenzen.
Die Veranstalter beschwerten sich allerdings über "systematische Filmaufnahmen" und "scharfe Vorkontrollen" der Polizei. Diese hatte teilweise in mehreren Reihen den gesamten Streckenverlauf des Zugs abgeriegelt und war noch in der Nacht zahlreich in den Straßen rund um die Innenstadt vertreten. Krawalle wie in Hamburg gab es nicht. Im Vorfeld hatten die Veranstalter angekündigt, dass sie sich nicht von der Polizei - etwa durch einen sogenannten Wanderkessel - einschränken lassen und dagegen mit "allen rechtlichen und kreativen Mitteln vorgehen" würden. (dpa)

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