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Elektroroller im Test: Der erste Tag

Eine Woche lang fährt FR-Fotograf Alex Kraus von Termin zu Termin - mit einem brandneuen E-Roller, ausgeliehen vom Versorger Mainova. Ein Selbstversuch.

Der von der Mainova ausgeliehene E-Roller für den Härtetest durch einen FR-Fotografen. Und jetzt durch einen verdienten FR-Schreiber.
Der von der Mainova ausgeliehene E-Roller für den Härtetest durch einen FR-Fotografen. Und jetzt durch einen verdienten FR-Schreiber.
Foto: FR/Arnold

Eine Woche mit dem Elektroroller anstatt mit dem Auto in der Stadt als Fotojournalist für die Rundschau. Das darf man wohl eine Herausforderung nennen, nicht zuletzt, wenn das Wetter so mies scheint. Seis drum, ich hab' mich ja selbst dafür gemeldet. Ich, ein Fotograf, der doch eigentlich mit Bildern erzählt, statt mit Worten. Letzteres überlasse ich viel lieber denen von der schreibenden Zunft. Aber egal. Reden wir doch lieber übers Wetter.

Dieser erste Tag beginnt mit der Frage, ob ich den Versuch nicht lieber auf nächsten Sommer verschieben möchte. Die Aussicht, meinen gut aufgewärmten BMW für sieben Tage gegen einen zugigen Elektroroller einzutauschen, bei diesen ersten Herbstanzeichen, schockiert mich. Ich bin doch noch viel zu jung für Lungenentzündung und abgefrorene Glieder. Ich brauche sofort Handschuhe, am besten welche, die arktiserprobt sind.

Igrendwann traue ich mich schließlich doch auf den Sattel des weißen Mainova-Rollers. Das erste Betätigen des Geschwindigkeitsreglers macht mich Grinsen. Auch bei einem Elektroroller der 50cc-Klasse ist es wie bei jedem anderen Elektrogefährt: Die Kraft geht direkt aufs Rad. Kein Verlust wie bei Verbrennungsmotoren, volle Ladung fürs Vorankommen.

Die stille Gefahr

Dass Elektroroller aber auch nahezu geräuschlos fahren, das wird mir schnurstracks bei der allerersten Begegnung mit Fußgängern bewusst: Das ältere Ehepaar springt bei dem Versuch, die Straße zu überqueren, erschrocken zur Seite. "Augen auf im Straßenverkehr." Das wird mit Beginn des elektrischen Zeitalters auf Deutschlands Straßen offenbar noch mal so wichtig. Im Unterbewusstsein die Entfernung eines herandröhnenden Kraftwagens oder Kraftrades abschätzen? Nee, das kann man getrost vergessen.

Der Rest der Strecke ist aber ziemlich cool. Ich umfahre jede Art von Stau oder Verkehrsstörung mit der Leichtigkeit eines Radfahrers und transportiere dabei doch eine komplette Kameraausrüstung, inklusive Laptop. Kein Gedanke an einen krummen Buckel, schmerzende Schultern von den Fototaschengurten, den gefährlich hohen Schwerpunkt auf dem Drahtesel. Und vom Gefühl her komme ich auch noch schneller als jeder andere an der Frankfurter Messe an.

Achtung beim Akku

Und dort wird's noch besser: Das Dauerproblem des Fotojournalisten, die Parkplatzsuche, ist in Sekunden abgehakt, da ich das kleine unauffällige Gefährt ohne jegliche Beanstandung des Sicherheitspersonals direkt vorm Eingang zur IAA abstellen kann. Ha!

Nach dem Interview mit BMW-Chef Norbert Reithofer, in dem es im übrigen auch um die Zukunft der Elektromobilität geht, und einigen weiteren Fotos von der IAA, geht es zurück zur Redaktion. Auf der Fahrt nun fällt mir erstmals die Akkuanzeige auf. Ist ja auch nicht unwichtig, selbst wenn kein teurer Sprit im Tank gluckert. Die Anzeige jedenfalls zeigt bereits halb leer an, nach nur 25 Kilometern. Uups. Zurück an die Steckdose.

Autor:  Alex Kraus
Datum:  16 | 9 | 2009
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