kalaydo.de Anzeigen

Deuil-La-Barre-Nieder-Eschbach: Franzosen wollen Städtepartnerschaft neustricken

Seit 43 Jahren gibt es die Liaison zwischen Deuil-La-Bare und Nieder-Eschbach. Und bislang war man beidseits des Rheins stolz darauf. Doch nun ist Nieder-Eschbach verschnupft: Die Franzosen wollen auf Wirtschaftsaustausch setzen.

In der 43-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Nieder-Eschbach und Deuil-La-Barre knistert es.
In der 43-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Nieder-Eschbach und Deuil-La-Barre knistert es.
Foto: FR/Boeckheler

Auf die Städtepartnerschaft mit dem französischen Deuil-La-Barre ist man in Nieder-Eschbach zurecht stolz. Die damals noch eigenständige Gemeinde hatte diese Freundschaft bei der Eingemeindung nach Frankfurt mitgebracht und immerhin hält diese nun seit 43 Jahren. Doch auf politischer Ebene waren die "Nordlichter" definitiv schon mal besser auf die französischen Partner zu sprechen. "Momentan bin ich etwas verschnupft, was die Partnerschaft angeht", gab Ortsvorsteher Holger Dyhr (CDU) in der vergangen Ortsbeiratssitzung unumwunden zu.

Grund sind die Vorschläge des Bürgermeisters von Deuil-La-Barre, Jean-Claude Noyer, die Städtepartnerschaft nach vier Jahrzehnten auf neue Füße zu stellen. "Uns wurde signalisiert, dass nach 40 Jahren der ursprünglich hinter der Partnerschaft stehende Versöhnungsgedanke wohl etwas überholt sei", berichtet Renate Sterzel, ehrenamtliches Mitglied des Magistrats, die im Auftrag von Oberbürgermeisterin Roth im Oktober Deuil-La-Barre besuchte. "Was Noyer stattdessen vorschwebt, ist eine gegenseitige wirtschaftliche Förderung."

Erstaunt und verschnupft

Noyers Vorschlag sieht vor, dass Nieder-Eschbach, Deuil-La-Barre und zwei weitere Partnerstädte der französischen Kommune im Halbjahresturnus sogenannte Foren veranstalten, Wirtschaftsmessen mit Betrieben aus den Regionen. Zugunsten dieser Wirtschaftspartnerschaft solle der kulturelle Austausch, den Vereine und Institutionen in den beiden Kommunen pflegten, nicht länger auf Gemeindeebene organisiert werden. Bei den Ortsbeiräten löste die Ankündigung Noyers einiges Unverständnis aus. "Wir sind sehr erstaunt, wie unsere Partnerstadt reagiert", erklärte Michael Stauder, CDU-Fraktionschef. "Wir sollten auf alle Fälle deutlich machen, dass wir weiterhin an einem Austausch interessiert sind."

Ähnlich sieht man das beim Förderkreis Europäische Partnerschaften, der den Austausch auf Vereins- und Privatebene mitorganisiert, auch wenn man die Einschätzung Noyers teilweise nachvollziehen kann, wie Inge Appell, Vorsitzende des Förderkreises erklärt: "Heute sind wir ein vereintes Europa, die Grenzen sind offen. Da kommt der kulturelle Austausch praktisch von selbst." Zudem habe der Förderkreis das Problem, dass viele seiner Mitglieder in Nieder-Eschbach und die Partner in Deuil-La-Barre mittlerweile das Rentenalter erreicht hätten. "Da ist es natürlich beschwerlicher, solchen Austausch zu organisieren." Dennoch wolle man daran festhalten. "Eine rein wirtschaftliche Zusammenarbeit wird nicht funktionieren", ist Appell überzeugt.

Einigkeit zwischen Nieder-Eschbach und Deuil-La-Barre besteht indes darin, dass der Schüleraustausch zwischen der Otto-Hahn-Schule und dem Collège Diderot beibehalten wird. Ansonsten scheinen Noyers Pläne für eine Wirtschaftsmesse nicht gereift. Ursprünglich sollte das erste Forum schon im April oder Mai stattfinden. "Bislang aber", sagt Sterzel, "hat sich niemand mehr bei uns gemeldet."

Autor:  Danijel Majic
Datum:  28 | 4 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Das Frankfurter Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II.
Frankfurter Fastnacht 
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag

Staumelder

Staumelder 86 Staus mit einer Gesamtlänge von 273km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Mohamadou Idrissou: Noch reicht die Kraft nicht für 90 Minuten, vielleicht reicht sie aber für Fortuna Düsseldorf?
Eintracht gegen Fortuna 
Moderator Günther Jauch.
Günther Jauch 
Gegen seine alten Kollegen in der Startelf: Bamba Anderson.
Eintracht gegen Fortuna 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.