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Deutscher Designpreis 2010: Luftqualle mit Helium

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zeigt prämiiertes Design aus der Bundesrepublik: vom durchgestylten Hotel bis zum Indoor-Flugobjekt AirJelly. Von Kristiane Schengbier

Ausgezeichnetes Design in großen Büchern.  Im Frankfurter MAK.
Ausgezeichnetes Design in großen Büchern. Im Frankfurter MAK.
Foto: Michael Schick

Ja wo ist es denn, das Design? Wer am Samstag durch das Museum für Angewandte Kunst am Frankfurter Museumsufer stolperte, musste schon ein wenig suchen, um die Ausstellung zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010 überhaupt zu finden.

"Irgendwie haben wir uns das doch anders vorgestellt", sagen auch Ekkehart und Helga Preuß, die an diesem Wochenende in Frankfurt auf Museumstour und auch den modernen Farben, Formen und Produkten auf der Spur sind. Nach einem, wie sie sagen fantastischen, Besuch der Botticelli-Ausstellung sind sie ein wenig enttäuscht. "Ich dachte, die Produkte wären auch da", sagt Helga Preuß. Stattdessen gebe es eben nur die wie Bücher gestalteten Tafeln auf dem Boden.

Designpreis

Die Gewinner aus der Kategorie Kommunikationsdesign sind noch bis zum 7. März im MAK zu sehen.

Die ausgezeichneten Arbeiten im Bereich Produktdesign, die Arbeiten von Ingo Maurer, der den Designpreis Persönlichkeit erhalten hat, und die der Finalisten im Nachwuchswettbewerb sind noch bis morgen auf der Ambiente (Galeria Nord) zu bewundern.

Informationen zum Designpreis, der jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technik ausgelobt wird und vom Rat für Formgebung konzipiert wurde, gibt es unter www.german-design-council.de. (kris)

Nach einer erfolgreichen Vernissage am Vorabend, zu der die Kollegen am Einlass 186 Besucher im Haus gezählt haben, ist der Andrang am Samstag überschaubar. Das Paar aus München gehört zu den wenigen, die sich länger mit den Tafeln beschäftigen. Denn interessant fänden sie das ja schon, sagen die beiden Kunstliebhaber.

Besonders gut gefällt ihnen AirJelly, ein Indoor-Flugobjekt, das im Beschreibungstext auch als Luftqualle bezeichnet wird. Das mit Helium gefüllte Ballonet mit acht Tentakeln wird über die Gewichtsverlagerung eines Pendels gesteuert und kann so in jede Richtung eines Raumes schwimmen. Von der Jury, deren Bewertung neben den Bildern des futuristischen Objekts abgedruckt ist, wird es als visionär, mutig, auffällig und gut bewertet.

Taugliches für den Alltag

Neben Produkten und Projekten, die vor allem dem menschlichen Auge etwas bieten, sind unter den ausgestellten Objekten auch Dinge mit Alltagstauglichkeit ausgestellt. Mit dem Designpreis in Gold in der Kategorie Kommunikationsdesign ausgezeichnet wurde unter anderem das Gästehaus Berge im Chiemgau. Der "Gegenentwurf zu einem Designerhotel" ist aus natürlichen Materialen errichtet und das Konzept der "Halbstille" verzichtet auf Fernseher, Radios und andere Ablenkungen.

Ebenfalls als preisgekrönt ansehen darf sich die Bad Homburger Firma Linotype, die mit "Malabar" eine neue Schrift für den Einsatz in modernen indischen Tageszeitungen entwickelt hat. Die Auszeichnung in Silber gab es unter anderem für den Auftritt einer dänischen Supermarktkette oder die städtischen Nahverkehrssystempläne der Firma Zeroperzero aus Seoul, die für New York in Form des "I love NY"-Logos oder für Seoul im Look des Taegeule-Symbols der koreanischen Flagge daher kommen. Ein Frankfurter U-Bahnplan in Form eines Bembels wurde noch nicht gesichtet, aber als Inspirationsquelle mag die Ausstellung sicher dienen.

Autor:  Kristiane Schengbier
Datum:  15 | 2 | 2010
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