Blaue und violette Linien ziehen sich über rote und orangefarbene Flächen. Das Farbenspiel auf der Karte des Stadtteils Nieder-Eschbach markiert verschiedene Lärmzonen - je dunkler, desto lauter. Die bunten Schattierungen stellen jedoch keine Messwerte dar, sondern einen errechneten Durchschnittspegel anhand von Straßenbelag und Verkehrsaufkommen, erklärt Matthias Muncke, Sachgebietsleiter für Immissionsschutz im Umweltamt.
Für einige Frankfurter Stadtteile wurden zwar bereits Lärmkarten erstellt, jedoch noch nicht für Nieder-Eschbach. Muncke orientiert sich deshalb an den errechneten Werten, um den Bürgern und Lokalpolitikern des Ortsbezirks 15 den geplanten Lärmminderungsplan für den nördlichen Stadtteil zu erläutern. Lärm sei zwar immer was Subjektives - die Lieblingsmusik könnte mancher zum Beispiel gar nicht laut genug hören - doch werde eine gewisse Grenze überschritten, könne dies zu Hörschäden führen.
65 Dezibel keine Seltenheit
Als gesundheitsgefährdend gelte schon eine Dauerbeschallung von 65 Dezibel, erläutert Muncke. Auf der Lärmkarte entspricht dieser Wert den dunkelroten Gebieten, von denen es in Nieder-Eschbach gleich mehrere gibt. Betroffen sind nicht nur die an die Autobahn A 661 angrenzenden Gebiete, sondern auch die Deuil-La-Barre-, die Züricher und die Homburger Landstraße, die an manchen Stellen sogar blau markiert ist. Das sind dann mehr als 75 Dezibel. "Das Ziel ist, laute Bereiche zu reduzieren", erklärt der Immisionsschützer. Abhilfe wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und schalldämmender Asphalt seien aber von den zur Verfügung gestellten Finanzmitteln abhängig.
Für Nieder-Eschbach werden ab 2009 Schallimmissionspläne erstellt. Danach wird das Umweltamt geeignete Projekte zur Lärmminderung erarbeiten, gemeinsam mit den Ortsbeiratsmitgliedern. In einem Punkt sind sich Lokalpolitiker und Bürger jetzt schon einig: Tempo runter auf der A 661. Dort besteht derzeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 Stundenkilometer. Für die Anwohner ein nicht länger zumutbarer Lärmpegel.

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