König Karneval regiert auf den Straßen der hessischen Fastnachtshochburgen. In Fulda säumten Zehntausende bei strahlendem Sonnenschein die Straßen in der Innenstadt, um Hessens längsten Rosenmontagszug zu sehen. Der aus 232 Zugnummern und 4190 Teilnehmern bestehende Lindwurm wurde um 13.33 Uhr mit elf Böllerschüssen aus einer kleinen Kanone am Bahnhof gestartet.
Am Morgen hatten die Narren zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit die Stadtwache der Dom-Stadt erstürmt. Das Motto der diesjährigen Kampagne lautet in Mundart: „Feiert mit Schwung, Foaset hält jung.“ Die Fuldaer Karnevalsgesellschaft geht nach ersten Schätzungen von rund 70 000 Zuschauern aus - sollte die Polizei das bestätigen, können die Fuldaer Narren einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Die bisherige Bestmarke habe bei 68 000 Zuschauern gelegen.
Fastnachtsumzüge schlängelten sich unter anderem auch durch Herbstein im Vogelsberg, Marburg, das nordhessische Fritzlar, Neu-Isenburg südlich von Frankfurt und das südhessische Seligenstadt.
In Herbstein kamen nach Angaben der dortigen Fastnachtsvereinigung rund 7000 Neugierige zum wohl ungewöhnlichsten Rosenmontagszug des Landes. Der Springerzug geht auf einen Tiroler Brauch aus dem 17. Jahrhundert zurück. Der Karnevalsprinz wird „Bajazz“ genannt. Er ersteigerte seinen Part im Januar und hüpfte am Montag in seinem Kostüm stundenlang durch die Straßen der Kleinstadt. An zig Häusern machte er Station, um mit den Damen der dort wohnenden Geschäftsleute zu tanzen. „Damit er nicht schlapp macht und Muskelkrämpfe kriegt, bekommt er Wasser mit Magnesium-Tabletten“, verriet der Vorsitzende der Fastnachtsvereinigung Herbstein, Manuel Henzler.
350 Teilnehmer bildeten den Zug, der in Herbstein aus 25 Motivwagen und 20 Fuß- und Musikgruppen bestand. „Die Stimmung ist einfach super. Das schöne Wetter beflügelt die Menschen heute und der Bajazz kommt diesmal ordentlich ins Schwitzen“, sagte Henzler. (dpa)

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