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10. Mai 2012

Documenta in Kassel: Zoff um den Mann im Kirchturm

 Von Katja Schmidt
Lebensmüde? Nein, das ist nur Kunst.  Foto: dpa

Eine mannshohe Figur auf dem Turm der Kasseler St.Elisabeth-Kirche sorgt für Irritationen. Nicht nur bei der Feuerwehr, die wegen eines befürchteten Suizids ausrücken muss, sondern auch bei der Leitung der Documenta.

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Documenta - Preise und Infos

Bislang werden nur Gutscheine für Documenta-Tickets verkauft. Eine Tageskarte kostet 20 Euro, eine Zwei-Tages-Karte 35 Euro, die Dauerkarte 100 Euro und eine Karte für einen Abendbesuch von 17-20 Uhr 10 Euro.
Die Bahn bietet eine begrenzte Zahl von Spezialtickets zur Documenta. Hin- und Rückfahrt aus einem Umkreis von 300 km von Kassel kosten 39 Euro (2. Klasse).
Informationen zu Unterkünften und Pauschalangeboten: www.kassel-
tourist.de, die offizielle Internetseite der Documenta: www.documenta13.de, Infos zur Museumslandschaft Kassel: www.museum-kassel.de

Die Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev ist nicht als erste alarmiert worden, sondern die Kasseler Feuerwehr. Dort ging bereits am frühen Montagmorgen ein Notruf ein. Eine Frau fürchtete, jemand wolle sich vom Turm der katholischen Kirche St. Elisabeth am Friedrichsplatz stürzen. Ein Löschzug, ein Rettungswagen und der Notarzt rückten aus.

Doch der Mann im Turm erwies sich rasch als keinesfalls suizidgefährdet – sondern als Skulptur des Künstlers Stephan Balkenhol. „Die Anruferin hat korrekt gehandelt“, sagt Britta Bachmann, Einsatzleiterin bei der Feuerwehr. Man rücke lieber einmal zu viel aus als einmal zu wenig.

Leiterin fühlt sich bedroht

Bei der Documenta 13 nimmt man die mannshohe, männliche, weiße Figur nicht gelassen, die sich auf einer goldenen Kugel im luftigen Freiraum am oberen Ende des Kirchturms dreht und die Arme so spreizt, dass es an das Kreuz auf dem Dach knapp darüber erinnert. „Die künstlerische Leiterin fühlt sich von dieser Figur bedroht, von dieser Art von Kunst“, sagt Documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld am Mittwochnachmittag bei einem kurzfristig anberaumten Pressetermin auf dem Friedrichsplatz. Es sei das Gegenteil davon, wie Christov-Bakargiev Kunst präsentieren wolle.

Leifeld sprach von einem „autoritären Akt“. Die Skulptur dominiere nun die Rezeption. Die Idee der Documenta, den Menschen als kleinen Teil des Ökosystems zu sehen, werde konterkariert. Christov-Bakargiev soll die Arbeit „gewaltsam“ genannt haben.

Christoph Baumanns, Projektleiter der Ausstellung der katholischen Kirche, sieht das anders: Der große Mann auf der kleinen Kugel, meint er, sei „eine Figur, die die Hybris zeigt, nicht die Macht zeigt“.

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