Hunderttausende Quadratmeter Raum stehen in Frankfurt leer, "da soll man Euch mal reinlassen", wünschte Lothar Reininger (Linke) am Montagabend in der Sitzung des Römer-Planungsausschusses.
Der Stadtverordnete sprach damit Sabine Binder an, die namens des Asta der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gerade die dortige Raumnot beklagt hatte. Schon für "die aktuelle Zahl der Studierenden" sei es an der Eschersheimer Landstraße viel zu eng; auf 5000 fehlende Quadratmeter komme "ein sachgemäßes Gutachten". Dramatisch werde die Lage, wenn sich als Folge der Schulzeitverkürzung (G8) ab 2012 gleich zwei Abitursjahrgänge an der Hochschule bewerben werden. In Bockenheim wäre dagegen genug Platz, meinte die Studentin - und der Umzug der Hochschule an die Warte "würde Bockenheim gut tun". Alle Studierenden "wären dafür".
Die Stadtverordneten sind es auch, wie man ihren Stellungnahmen entnehmen konnte. Jedenfalls "wenn das Land das finanziert", hieß es aus der CDU. Doch für die Hochschule "irgendeine Zwischennutzung" zu planen, da hätte Ulrich Baier (Grüne) "ein Problem". Auch Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) hält den Umzug der Hochschule nach Bockenheim für die richtige Idee. Er deutete aber nach Wiesbaden, wo das Finanzministerium an den von der Goethe-Uni verlassenen Grundstücken festhält und auf das Steigen der Bodenpreise wartet. Dabei sei denen, meinte Baier, "schon klar, dass sie den Campus Westend aus dem Verkauf der Bockenheimer Grundstücke nicht finanzieren können. Sondern draufzahlen."
Zukunftsplanung sieht anders aus. Zieht nämlich die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst tatsächlich in die Nähe desBockenheimer Depots - laut Asta als "Sitz der Forsythe Company und Aufführungsort der Frankfurter Oper" eine befruchtende Nachbarschaft -, dann müssten in der Nähe "auch die Studentenwohnheime erhalten bleiben", warf Angelika Wahl für die Bockenheimer Bürgerinitiative ein.
Die stehen aber genauso zum Abbruch wie Philosophicum und Alte Mensa. "Wir haben über 100 Tanzgruppen in der Stadt", rechnete Wahl vor; in die leere Mensa lasse sich doch sicher "ein Tanzboden einziehen". Zumal: "All die Häuser sind mit dem Geld Frankfurter Bürger gebaut."
"Wir können doch Druck machen", schlug Elke Sautner (SPD) vor. Jochem Heumann (CDU) blieb aber dabei: "Wir sind nicht Eigentümer des Geländes."

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