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Durchmarsch der CDU-Kandidaten: Nur Paris macht's spannend

Das neue Gesicht der CDU heißt Bettina Wiesmann. Die 41-jährige Unternehmensberaterin und Mutter von vier Kindern schaffte es aus dem Stand, den Wahlkreis 38 zu gewinnen. Von Martin Müller-Bialon

SPD-Chef Grumbach und Michael Paris im Gespräch.
SPD-Chef Grumbach und Michael Paris im Gespräch.
Foto: Alex Kraus

Es hätte wenigstens ein kleiner Trost sein können, wenn auch nur ein kleiner. Aber auch daraus ist am Ende nichts geworden. Obwohl er gegen eine bis dato unbekannte CDU-Newcomerin antrat, hat Michael Paris den Wahlkreis 38 verloren. Somit gehen wie schon 2003 alle sechs Frankfurter Wahlkreise an die Union - bei der Wahl vor einem Jahr hatte die SPD noch drei Wahlkreise gewonnen.

Am meisten abgestraft wurde Andrea Ypsilanti, die in ihrem Wahlkreis mehr als 17 Prozentpunkte einbüßte. Am Ende erreichte keiner der SPD-Kandidaten die 30-Prozent-Marke.

Das neue Gesicht der CDU hingegen heißt Bettina Wiesmann. Die 41 Jahre alte Unternehmensberaterin und Mutter von vier Kindern schaffte es aus dem Stand, den Wahlkreis 38 gegen den erfahrenen und in Bornheim/Ostend bekannten Paris zu gewinnen. Am Ende lag sie mehr als einen Prozentpunkt vor dem Sozialdemokraten.

"Mir war klar, dass das knapp wird", meinte die strahlende Direktkandidatin. "Ich hatte ja nicht viel Zeit, mich bei den Wählern bekannt zu machen." Bisher hat Wiesmann bei dem Beratungsunternehmen McKinsey gearbeitet, seit der Geburt ihres vierten Kindes ist sie in Elternzeit. Im Landtag will sie sich um die Themen Wirtschaft, Bildung und Familie kümmern.

Michael Paris dagegen flog nun schon zum zweiten Mal aus dem Landtag, weil er über die Landesliste nicht abgesichert war. Er ließ sich am Sonntagabend im Römer erst gar nicht blicken. Noch kürzer verlief das Landtags-Gastspiel von Turgut Yüksel, der noch 2007 über die Liste ein Mandat ergattert hatte. "Bei 26,5 Prozent komme ich über die Liste rein", hatte der SPD-Kandidat im 36er Wahlkreis sich ausgerechnet. Zu diesem Zeitpunkt, gegen 17.30 Uhr, hatte er aber schon nicht mehr viel Hoffnung. Den Wahlkreis verlor er schließlich sang- und klanglos gegen Ralf-Norbert Bartelt, und aus der Liste wird erst recht nichts. Mit versteinerter Miene standen sie vor den Monitoren, die Sozialdemokraten. "Das Ergebnis entspricht nicht dem, was uns im Wahlkampf widergespiegelt wurde", meinte Petra Tursky-Hartmann, Kandidatin im 37er Wahlkreis. Die Wähler hätten "über Werte entschieden, nicht über Themen".

Pürsün wird als Listennachrücker in den Landtag ziehen

Eine strahlende Miene dagegen hatte Yanki Pürsün aufgesetzt. Der Stadtverordnete und FDP-Kandidat im 37er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als Listen-Nachrücker in den Landtag einziehen. "Ich bin überglücklich, unsere Linie hat sich ausgezahlt", jubelte der Freidemokrat, der auf Platz 23 der Landesliste rangiert. Pürsün, der türkische Eltern hat, ließ sich gleich von einem Korrespondenten der Zeitung Hürriyet interviewen.

Ganz sicher im Landtag ist der 27 Jahre alte Hans-Christian Mick, FDP-Kandidat im 34er Wahlkreis. Als 17. der Landesliste hat er sein Mandat sicher. Wie alle anderen Frankfurter Direktkandidaten der Liberalen kam er - obwohl die FDP im Wahlkampf vor allem für Zweitstimmen warb - auf mehr als zehn Prozent Erststimmen.

Dass sich Grünen-Politik auf Landesebene nun nicht durchsetzen lassen wird, trübte bei deren Kandidaten die Freude kaum. "Super", kommentierte Sarah Sorge bei Blick auf ihr Erststimmenergebnis. Auch bei Marcus Bocklet (Wahlkreis 38) war von Enttäuschung nichts zu spüren, obwohl er sein Ziel, als einziger Grüner ein Direktmandat zu holen, erneut verfehlte. Bocklet machte Späße mit CDU-Youngster Wolff Holtz.

Autor:  MARTIN MÜLLER-BIALON
Datum:  18 | 1 | 2009
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