Von Ernst Ludwig Kirchner bleibt gerade noch der "Akt mit Hut", von Rembrandt nicht mehr als die "Blendung Simsons", von Max Beckmann nur das "Stillleben mit Saxophonen". Auf die anderen Werke der klassischen Moderne, die zum Bestand des Städels gehören, müssen Besucher vom März kommenden Jahres für lange Zeit verzichten: Für die Sanierung des alten Gebäudes und den Erweiterungsbau schließt das Museum für mehr als ein Jahr den Main- wie den Gartenflügel.
In dieser Zeit bleibt allein der Peichl-Bau entlang der Holbeinstraße geöffnet. Dort sind nach der Kirchner-Retrospektive im Frühjahr 2010 Werke aus der Sammlung des Museums zu sehen, eben ein bisschen Kirchner, ein wenig Rembrandt, etwas Beckmann. Wesentliche Teile des Bestandes schickt das Museum während der Bauarbeiten auf Auslandstournee.
Ohnehin hätte man einen Großteil der Werke in ein Depot einlagern müssen, berichtet Städel-Direktor Max Hollein am Montag. Also habe man sich da-rum bemüht, die Bilder während der auf anderthalb Jahre projektierten Umbauten in Ausstellungen anderer Museen unterzubringen.
So wandern Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts nach Lausanne und Melbourne, holländische und flämische Meisterwerke ins Guggenheim nach Bilbao und nach Tokyo. Da seiner Kultureinrichtung während der Bauarbeiten Einnahmen verloren gingen, hob Hollein hervor, gebe es bei den Auslandstourneen der Werke "durchaus auch eine finanzielle Komponente".
Zehn Millionen Euro fehlen augenblicklich noch für die Sanierung des Altbaus und die unterirdische Erweiterung im Garten des Museums. Insgesamt nimmt das Projekt 40 Millionen Euro in Anspruch, "80 Prozent der Kosten sind inzwischen durch belastbare Zusagen abgedeckt", sagt Nikolaus Schweickart, der Vorsitzende der Administration des Städels.
Den großen Batzen davon übernehmen Stiftungen und die Kommune: Sieben Millionen Euro kommen von der Hertie-Stiftung, eine Million steuert die Stiftung der Polytechnischen Gesellschaft bei. Aus privater Hand übermitteln das Bankhaus Metzler und die Familie drei Millionen Euro.
Aus dem Konjunkturpaket des Bundes gibt die Stadt fünf Millionen für die Kultureinrichtung am Mainufer und stellt noch einmal acht Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung. Den Rest soll eine Spendenkampagne bringen. "Frankfurt baut das neue Städel" startet mit einem großen Fest zum ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau am Sonntag, 6. September. www.das-neue-staedel.de

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