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05. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt: Die kleinkarierte Eintracht

 Von 
Kein Platz für Minister Hahn und seine Freunde. Foto: dpa/dpaweb

Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) keilt zurück: Nach seiner Ticket-Affäre um ein Spiel der SGE im April und der Kritik durch Medien, Politik und Verein greift er Eintracht-Boss Bruchhagen an. Der soll sich nicht devot genug verhalten haben.

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Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) keilt zurück: Nach seiner Ticket-Affäre um ein Spiel der SGE im April und der Kritik durch Medien, Politik und Verein greift er Eintracht-Boss Bruchhagen an. Der soll sich nicht devot genug verhalten haben.

In der Eintrittskarten-Affäre hat der stellvertretende hessische Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) der Führung des Fußballvereins Eintracht Frankfurt „Kleinkariertheit“ vorgeworfen. Hahn hatte bei dem Club für Verstimmung gesorgt, weil er im April ein Spiel der Eintracht besuchte, ohne für alle Begleiter Tickets zu besitzen. Die Frankfurter Rundschau hatte den Fall ans Tageslicht gebracht.

Der Minister war an jenem Tag mit dem Gouverneur Şahabettin Harput unterwegs, der Hessens türkische Partnerregion Bursa regiert. Hahn nahm auch die Dolmetscherin und seinen Pressesprecher mit, obwohl sie keine Karten besaßen. Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen hatte betont, Hahn sei „sicherlich nicht unser Gast“. Ein Versuch des Ministers, wenige Tage vor dem Spiel noch 16 Tickets von dem Verein für die türkische Delegation zu erhalten, war gescheitert.

"Typisch deutsch"

Minister Hahn sagte am Mittwoch im Radiosender ffh, er wundere sich über die Eintracht. „Soll sie doch zufrieden sein darüber, dass der stellvertretende Ministerpräsident Werbung für die Eintracht macht.“ Er halte die Diskussion für abenteuerlich und typisch deutsch. Gouverneur Harput habe die Frankfurter Fußballer sehen wollen, da er sie zu einem Spiel nach Bursa einladen wolle. „In jedem anderen Land der Welt hätte der Präsident an der Tür gestanden und gesagt: Bitte, ausländischer Gast, komm herein.“

Die Grünen nannten Hahn einen „Wichtigtuer“. Es sei absurd, wenn der Minister meine, er müsse im Stadion persönlich begrüßt werden. „Normalerweise sind Fußballfans, die sich ohne Eintrittskarte Zugang zum Stadion verschaffen wollen, ein Fall für den Sicherheitsdienst“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Mathias Wagner.

Die Elf steht Spalier

Der SPD-Politiker Günter Rudolph fragte, was Hahn wohl als nächstes fordere. „Vielleicht dass die gesamte Eintracht-Mannschaft Spalier steht, wenn er 20 Minuten vor Spielende sich die Ehre gibt?“ Es sei eine Unverfrorenheit, Forderungen an Bruchhagen zu stellen, nachdem die Ticket-Affäre an die Öffentlichkeit gedrungen sei.

Der Vorfall beschäftigt auch den Landtag. Die Grünen reichten eine parlamentarische Anfrage an die Regierung ein. Darin fragen sie süffisant, ob die Regierung es auch anderen Fußballfans empfehlen würde, sich ohne Ticket Einlass zu verschaffen, wenn sie keine Karten mehr bekämen. Zudem wollen die Grünen erfahren, ob die Regierung „zumindest nachträglich“ für die nicht vorhandenen Karten bezahlt habe.

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