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04. Dezember 2012

Eintracht Frankfurt Minister Hahn: Kritik an Hahn nach der Ticket-Affäre

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ER hatte ein ordnungsgemäßes Ticket beim Spiel gegen München 1860. Foto: Michael Schick

Hessens Vize-Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat sich einen bösen Faux-pas geleistet, als er sich Eintracht-Tickets im Frühjahr erschleichen wollte. Und es ist nicht das erste Mal, dass er sich bei der Eintracht verhob. Die Grünen sprechen von einem "krassen Vorgang". Die SPD fordert Wiedergutmachung.

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Hessens Vize-Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat sich einen bösen Faux-pas geleistet, als er sich Eintracht-Tickets im Frühjahr erschleichen wollte. Und es ist nicht das erste Mal, dass er sich bei der Eintracht verhob. Die Grünen sprechen von einem "krassen Vorgang". Die SPD fordert Wiedergutmachung.

Die hessische Opposition hat sich befremdet gezeigt über das Verhalten des stellvertretenden Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn (FDP), der seinen Begleitern ohne Tickets Zugang zu einem Fußballspiel von Eintracht Frankfurt verschafft hatte. „Für einen Justizminister ist es inakzeptabel, sich damit über geltende Regeln hinwegzusetzen“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Mathias Wagner, am Dienstag in Wiesbaden.

Sein SPD-Kollege Günter Rudolph nahm Bezug auf den Vorschlag von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), die Preise für Fußball-Karten um einen „Sicherheits-Euro“ zu erhöhen. „Erst einmal muss die Landesregierung selbst dafür sorgen, immer ihre Tickets zu bezahlen, bevor sie die Fans zur Kasse bittet“, sagte der SPD-Politiker.

"Eine blanke Lächerlichkeit"

Hahns Sprecher Hans Liedel nannte die Kritik „eine blanke Lächerlichkeit“. Der Minister hatte gemeinsam mit dem Gouverneur der türkischen Region Bursa sowie einer Dolmetscherin und seinem Pressesprecher das Zweitliga-Spiel der Eintracht gegen 1860 München am 29. April besucht.

Wie erst jetzt bekanntwurde, besaß der Minister lediglich für zwei der vier Personen Eintrittskarten. Sein Versuch, eine größere Zahl von Tickets von Verantwortlichen der Eintracht zu erhalten, war in der Woche vor dem Spiel gescheitert – das Stadion war ausverkauft. Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen hatte deutlich gemacht, dass Hahn „nicht unser Gast“ gewesen sei.

Die Eintracht-Verantwortlichen waren bereits vor fünf Jahren vergrätzt, als Hahn öffentlich die Entlassung des damaligen Trainers Friedhelm Funkel verlangt hatte. Der Minister hebt öffentlich seine guten Kontakte zur Eintracht hervor. So verwies er bei der Vorstellung des Eintracht-Profis Sebastian Rode als Präventionsbotschafter des Landes vor zwei Wochen darauf, dass er darüber schon im Januar mit Bruchhagen gesprochen habe.

"Wichtige Begegnungen"

SPD-Politiker Rudolph empfahl dem Minister, sein Verhalten gutzumachen. So könne er einen Betrag für die Jugendarbeit der Eintracht spenden. Der Minister war dem Vernehmen nach mit einer Polizeieskorte von einer Veranstaltung in der Festhalle ins Stadion gebracht worden, wo er noch die letzten 20 Minuten des Spiels sah. Der Grünen-Sportpolitiker Daniel Mack nannte das „einen ziemlich krassen Vorgang“.

Sein Parteifreund Wagner beklagte, Hahn habe nicht gemerkt, dass er auch das Einlasspersonal in Verlegenheit bringen könne. Der seinerzeit anwesende Hahn-Sprecher Hans Liedel sagte, das Gespräch mit den Hostessen sei „absolut freundlich“ gewesen. „Es entspricht ohnehin weder der Persönlichkeit des Ministers noch meiner Struktur, Frauen unter Druck zu setzen.“ Eine der Hostessen hatte die Gruppe mit dem Minister in die Loge begleitet und Armbänder besorgt, die im VIP-Bereich als Eintrittskarten gelten.

Hahns Sprecher machte darauf aufmerksam, dass der Minister und der türkische Gouverneur wichtige Begegnungen auf der Tribüne gemacht hätten. So hätten sie die damalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und den hessischen SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel getroffen.

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