Wie das Magazin Stern berichtet, war Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Gast eines Empfangs, an dem der umstrittene Veranstalter Manfred Schmidt beteiligt war.
Gegen Schmidt ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Bestechung. Der Ex-Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff (CDU), Olaf Glaeseker, soll in seiner Zeit als niedersächsischer Regierungssprecher Urlaub auf einer Finca Schmidts verbracht und Schmidt im Gegenzug „gefällig gefördert“ haben.
Schmidt sollte für eine Bank Kontakt herstellen
Bouffier und Staatskanzleichef Axel Wintermeyer (CDU) waren, wie die Staatskanzlei bestätigt, am 20. September 2011 Gast des zweiten „Hessen-Salon“ der Aareal-Bank. Dem Stern liegt nach eigenen Angaben ein Vertragsentwurf zwischen Schmidt und der Bank vor, demzufolge der Netzwerker die „Zuführung seiner Kontakte zu den Vertretern der Aareal Bank“ sicherstellen sollte.
Dafür bekam er laut Stern 50.000 Euro. Die Wiesbadener Immobilien-Bank habe „Anfrage und Akquise des hessischen Ministerpräsidenten“ übernommen.
Aareal bestätigt, Bouffier eingeladen zu haben. Die Manfred Schmidt Media GmbH sei als externer Dienstleister „im organisatorischen Bereich“ beteiligt gewesen. Zu Details könne man sich nicht äußern. Der Stehempfang im Sterne-Restaurant Ente sollte den „Gedankenaustausch zwischen Vertretern von Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft fördern“. Wer sonst noch da war, sagt die Bank nicht.
Roland Koch war auch da
Im Vorjahr waren laut Wiesbadener Kurier neben dem damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) beim ersten „Salon“ der Bank auch Stars wie Michael Stich und Sabine Christiansen zu Gast.
Die Bank betrachte solche Veranstaltungen „als Teil ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung“, weitere „Hessen-Salons“ könne man sich gut vorstellen. Aber: „Eine weitere Zusammenarbeit mit der Manfred Schmidt Media GmbH ist nicht geplant.“
Regierungssprecher Michael Bußer sagte der FR, Bouffier habe an dem Abend über die Bankenkrise geredet.
Die Wirtschaftswoche schrieb, er habe Aareal-Chef Wolf Schumacher Kontra gegeben, der eine Regulierung „mit Augenmaß“ forderte: „Die Wähler verlangen hartes Durchgreifen“, habe Bouffier gesagt. Die Aareal-Bank nimmt seit 2009 Leistungen aus dem Bankenrettungsfonds Soffin in Anspruch.
Günter Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, wüsste gern, ob Gäste womöglich eigens dafür zahlen mussten, dass sie Bouffier vorgestellt wurden. Interessant sei auch, wie eine Bank dazu komme, den Ministerpräsidenten „akquirieren“ zu können. Eine Formulierung, gegen die auch Bußer sich verwahrt: „Ein Ministerpräsident wird eingeladen. Er wird nicht akquiriert.“

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