Ich möchte etwas Gutes tun, eben für das Städel. Ich liebe diese Kleider, sehr sexy." Nackte Beine, enge Kleider, für die nur noch ein Hauch glänzender Stoff nötig war, und laszive Bewegungen verwirren am Samstagabend nicht nur das männliche Publikum im Frankfurter Club Velvet. Die Promi-Lady Tatjana Gsell ist in Sachen Charity unterwegs - so viel ist jedoch klar.
Während der eine oder die andere im dichten Gedränge unüberhörbar über Cellulitis bei Gogo-Tänzerinnen diskutiert, fragt sich manch anderer auch, was die Moderatorin Ayfer Arslan eigentlich mit der Formulierung gemeint hat, dass das am Abend zur Versteigerung feilgebotene Kunstwerk vom "ehemaligen Absolvent des Städelschülers" stamme.
Noch ein Bier oder einen Rotwein an der Theke bestellen und auch das gerät in Vergessenheit, schließlich geht es heute um den guten Zweck, um auch die restlichen 20 Prozent der Kosten für den Erweiterungsbau des Städels noch zusammenzubekommen. "Das ist schon eine spannende Kooperation, die wir hier mit dem Velvet eingehen konnten", sagt Martin Engler, der im Städel als Kurator für die Kunst nach 1945 tätig ist. Harald Görtz, Leiter der Geschäftsstelle des Städelschen Museumsvereins, kann ihm da nur beipflichten. "Wir können damit ein ganz unterschiedliches Publikum ansprechen und nicht nur die ganz großen Geldgeber verpflichten."
Die beiden Herren sind davon überzeugt, dass die letzten Millionen schnell zusammenkommen werden. "Die Dynamik ist da!" Die Ziele von Direktor Hollein seien sicher ambitioniert, die Vorgabe von Mai 2011 für die Eröffnung jedoch derzeit "ohne Weiteres machbar".
20 Euro Eintritt pro Person für die Präsentation der Sommerkollektion von Savee Couture, Mode aus Los Angeles, die seit zwei Jahren von der Designerin Tracy Nguyen entworfen wird, sind da eine kleine, aber hochwillkommene Finanzspritze. 200 oder 500 zahlende Gäste - am Einlass ist man sich nicht ganz einig, aber das Haus ist voll und jeder Euro zählt.
Auch das Gemälde von Florian Heinke, der sich als ehemaliger Städelschüler entpuppt, lässt während der Versteigerung die Kasse klingeln. Den Zuschlag erhält Ludger Quante für 501 Euro - drei Liter Champagner gibt der gut gelaunte Club-Chef Rusbeh Toussi da gerne noch obendrauf.
"Applaus für den Mann, der das Städel rettet!" animiert Arslan die Menge. Der Finanzberater genießt das Rampenlicht. "Ich muss allerdings gestehen, dass ich noch nie im Städel war. Wir waren vorhin nur dort im Restaurant essen", gibt er zu. Natürlich wolle er nun aber einmal hingehen.
Die Party geht weiter - für die Society-Damen, das schwarze Leoparden-Baby "El Negro", mit dem sich im ersten Stock jeder ablichten lassen kann, für die 23-jährige Anika Spitz, die hier ihren ersten großen Auftritt als Model erleben durfte, und nicht zuletzt für das Städel. "Das Städel braucht wirklich Geld, sonst können wir da nicht mehr hingehen", bringt es Arslan irgendwie zielgruppengerecht auf den Punkt.

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