Satter, tiefgrüner Rasen, kleine Bauminseln, gepflegte Kieswege und die eine oder andere blumenbestandene Rabatte. So breitet sich der "Europapark" im Zentrum des "Europaviertels" südlich der Frankfurter Messe aus. Während das grüne Idyll bisher nur als Computer-Simulation zu erleben ist, wachsen erste Wohnhäuser schon. "Wir haben eine sehr positive Einschätzung des Wohnungsmarktes in Frankfurt", sagt Susanne Heck, die Sprecherin des großen Immobilienunternehmens Aurelis, dem die Grundstücke westlich der Emser Brücke gehören.
Krise? Aber nein. Heck hält dagegen. "Der Trend geht zurück zum Wohnen in der Stadt - es ist für viele schicker, in der Stadt zu leben." Auch der ökologische Gedanke spiele da eine Rolle: "Es ist nicht für jeden erstrebenswert, als Pendler ständig im Stau zu stehen." Frankfurt wächst. Nicht nur die Zahl der Haushalte nehme zu, auch die durchschnittliche Wohnungsgröße.
Was Wunder also bei dieser Nachfrage, dass Aurelis im westlichen Part des Europaviertels insgesamt 1250 Wohnungen plant. Und dabei Wert auf "soziale Mischung" legt: "Ein echter Querschnitt der Bevölkerung soll hier leben mit jungen Familien und Senioren ebenso wie mit Gutverdienenden." Aurelis will "nicht nur hochpreisigen Wohnraum" - 30 Prozent der Unterkünfte sollen öffentlich gefördert sein. Aber auch zu dieser Minderheit zählen Eigentumswohnungen.
Eigentum: Das ist in Frankfurt ein gutes Geschäft - trotz allgemeiner Wirtschaftskrise. "Der Markt für Wohneigentum funktioniert in Frankfurt, der Markt ist da!", heißt es zuversichtlich bei der "P+B Europaviertel GmbH&Co KG" in Sankt Augustin bei Bonn. Diese eigens gegründete Gesellschaft hat von Aurelis Grundstücke in der Nähe des künftigen "Europagartens" erworben.
"In den Stadtgärten" heißt das künftige Viertel: Luxuriöse Stadtvillen mit viel Grün dazwischen sind in der Computersimulation zu sehen, insgesamt 760 Eigentumswohnungen entstehen ab Ende 2010.
Bei einem zweiten neuen Viertel ganz in der Nähe mit dem Namen "Helenenhöfe" hat Aurelis schon mit der Vermarktung begonnen - auch hier gibt es viel Eigentum. Zum Europaviertel West gehören aber auch Grundstücke an der Idsteiner Straße, die Aurelis schon 2007 an Dritte weiterverkauft hatte.
Hier bauen öffentliche Gesellschaften - zum Beispiel die Nassauische Heimstätte. "90 Eigentumswohnungen" entstehen, heißt es dort. Ein wenig weiter ist die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) aktiv: 284 Unterkünfte, davon 90 als Eigentum.
Gibt es also in Frankfurt geradezu eine Flucht wohlhabender Anleger in die Wohnimmobilie als Geldanlage - gerade wegen der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation? "Krise hin oder her - eine Immobilie bleibt immer eine gute Wertanlage", urteilt bündig Wilhelm Brandt, Sprecher des Immobilienkonzerns Vivico. Dem gehört der östlich der Emser Brücke gelegene Teil des künftigen Europaviertels.
Hier allerdings, wo die ersten Häuser schon 2009 bezogen wurden, stehen bisher Mietwohnungen im Vordergrund. Unter den Investoren macht nur das öffentliche Versorgungswerk des Bundes und der Länder eine Ausnahme: Es errichtet an der "Europa-Allee" im Zentrum des neuen Stadtteils neben 122 Miet- auch 51 Eigentumswohnungen.

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