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Fahrende Bücher (Serienstart): Mal lesen, mal hören, mal müssen

Die Fahrbibliothek der Bücherei bedient fast alle Bedürfnisse der Leser in den Frankfurter Stadtteilen.

Diese junge Nieder-Erlenbacher testen, was es im Inneren des Busses gibt.
Diese junge Nieder-Erlenbacher testen, was es im Inneren des Busses gibt.
Foto: FR/Mueller

Jeden Dienstag rollen Bücherregale auf den Riedberg. Sie verweilen dort gut eine Dreiviertelstunde. Menschen kommen, schmökern oder leihen sich CDs, Zeitschriften und Bücher aus. Dann rollen die Regale weiter: nach Bonames, Eckenheim, Preungesheim. Und das ist nur eine der Routen, die die Fahrbibliothek der Stadtbücherei einschlägt. Die zwei Busse im aufgeklebten Bücherregal-Look fahren insgesamt 32 Haltestellen an.

"Der Bücherbus ist sehr wichtig für die Stadtteile", sagt Lothar Nagyfi, Leiter der Frankfurter Fahrbibliothek. Seine Abteilung kümmert sich um Bücherwürmer am Stadtrand, die auf keine eigene Stadtteilbücherei zurückgreifen können - etwa in Harheim, dem Frankfurter Berg oder Fechenheim. "Die Anbindung an die Innenstadt ist ja nicht überall so gut", findet Nagyfi.

Zielgruppe sind alle, die nicht so mobil sind, die ihren Lebensmittelpunkt fern vom Stadtzentrum haben. Ihnen kommt das Zentrum deshalb einfach entgegen. "70 bis 80 Prozent der Nutzer sind Kinder und Jugendliche", sagt Nagyfi. Senioren nehmen das Angebot ebenfalls gerne an.

Die Frankfurter Stadtbücherei sieht ihre Stadtteil-Dependancen und Busse als gleichwertige Bausteine im System an. An allen Einzelpunkten können sich die Leser Medien aus dem Gesamtbestand bestellen. Auch Zuhause wühlt der Bücherwurm im Internet-Katalog und bestellt sein Lese- oder Hörfutter. Das kommt dann mit dem Bus zu ihm in den Stadtteil. Das geht ganz einfach per E-Mail.

Wer nicht so firm in der Internet-Recherche ist, kann auch vor Ort mit dem freundlichen Außendienstler im Bus nach Medien forschen. Die Kataloge sind miteinander vernetzt., "Über Funk", sagt Nagyfi. "Wir können nachschauen, wo das Buch steht und ob es gerade verliehen ist." Kunden können auch einfach auf Verdacht zum Bücherbus kommen und schauen, was so alles in den Regalen steht.

Das ist Einiges. "Zwischen viereinhalb und fünftausend Medien" stehen in den Bussen bereit - Bücher, Kassetten, CDs, CD-Roms, DVDs oder Zeitschriften. Insgesamt können die Nutzer auf 270 000 Medien aus dem Bestand der Zentrale und den 13 Stadtteilbibliotheken zurückgreifen.

Im November erst hat die Stadtbücherei den Fahrplan der Bücherbusse erweitert. Es sind neue Haltestellen dazugekommen. Die mobilen Bibliotheken fahren viele der Stopps nun auch wöchentlich an, nicht mehr vierzehntägig. Selbst in den Ferien. Nur zwischen den Jahren bleiben die Busse im Depot stehen. Einen Teil der Sommerferien überbrücken sie mit reduziertem Fahrplan.

Im Juli 2007 haben die Bibliothekare nachgerüstet und für rund 500 000 Euro ein neues Fahrzeug bestellt (wir berichteten). Sein Vorgänger ist 26 Jahre lang treu Frankfurts Berge hinaufgeschnauft. Der Neue ist ein Wunderwerk der Bibliotheks-Technik. Der Überlandbus ist 3,3 Meter hoch, 12,2 Meter lang und 2,50 Meter breit. Im Innern finden sich 80 Regalböden, zwölf Büchertröge oder Zeitschriftenregale für 32 Titel.

Nützlich ist auch die Frischwassertoilette im Heck - wenn Leser aus lauter Freude über die Bus-Ankunft alle anderen Geschäfte kurzzeitig vergessen haben.

Autor:  GEORGE GRODENSKY
Datum:  8 | 10 | 2008
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