Frankfurt/Main. Nach Mogelschinken und Schummelkäse hat das hessische Verbraucherschutzministerium auch bei Corned Beef erhebliche Mängel festgestellt. Rund 87 Prozent der untersuchten Proben von gepökeltem Rindfleisch hätten sich als qualitativ minderwertig erwiesen, sagte Verbraucherschutzstaatssekretär Mark Weinmeister dem Radiosender HR-Info in Frankfurt am Main.
Bei 13 der 15 vom Landeslabor untersuchten Proben von Corned Beef sei der vorgeschriebene Anteil an schierem Muskelfleisch ohne Fett und Bindegewebe unterschritten worden. Außerdem sei mehr als die Hälfte der Proben wegen fehlerhafter oder nicht vorhandener Kennzeichnungen von Zusatzstoffen beanstandet worden. Nur eine einzige Probe sei einwandfrei gewesen. "Dieses Ergebnis ist erschreckend und skandalös", sagte Weinmeister.
Der Staatssekretär wirft den Herstellern von mangelhaftem Corned Beef Betrug vor. "Verbrauchertäuschung ist kein Kavaliersdelikt", betonte er. Wer ein minderwertiges Produkt anbiete und nicht zutreffend kennzeichne, begehe zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Bei Vorsatz liege sogar eine Straftat vor. Außerdem werde man jeden namentlich im Internet nennen, der wiederholt erwischt werde. (ddp)

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